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 <title>Translator Brigades - Adbusters</title>
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 <title>Barfuß Ökonomie</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/chile&quot;&gt;Chile&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/food&quot;&gt;food&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/manfred_max_neef&quot;&gt;Manfred Max-Neef&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/true_cost&quot;&gt;true cost&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;8 Mär 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_94_barefoot_0.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Jim Denevan / Beach Spiral / 2005&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p class=&quot;author-bio center&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;Manfred Max-Neef&quot; src=&quot;http://www.adbusters.org/files/magazine/94/MaxNeef.jpg&quot; style=&quot;float:left; margin-right:8px;&quot; title=&quot;Manfred Max-Neef&quot; /&gt;Aus einem Interview mit Manfred Max-Neef bei &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://www.democracynow.org/2010/9/22/chilean_economist_manfred_max_neef_us&quot;&gt;Democracy Now!&lt;/a&gt;&lt;/em&gt; Manfred Max-Neef ist ein vielgepriesener chilenischer Ökonom und ein Empfänger des &quot;Right Livelihood Award&quot; (Anm. des Übersetzers: auch als alternativer Nobelpreis bekannt) Er ist der Autor von &quot;From the Outside Looking in: Experiences in Barefoot Economics&quot; (dt. etwa: &quot;Von Außen Betrachtet: Erfahrungen in Barfußökonomie&quot;) und des bevorstehenden &quot;Economics Unmasked: From Power and Greed to Compassion and the Common Good&quot; (dt. etwa &quot;Ökonomie ohne Maske: Von Macht und Gier hin zu Mitgefühl und Gemeinwohl.&quot;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich arbeitete etwas zehn Jahre lang in Regionen mit extremer Armut in den Sierras, im Dschungel und urbanen Regionen Lateinamerikas. Und eines Tages am Anfang dieser Periode fand ich mich in einem Indio Dorf in der Sierra in Peru wieder. Es war ein fieser Tag. Es hatte den ganzen Tag geregnet. Und ich stand im Slum. Und mir gegenüber stand ein Typ im Schlamm - nicht im Slum. Es war ein kleiner Mann - dünn, hungrig, arbeitslos, fünf Kinder, eine Frau und eine Großmutter. Und ich war der feine Ökonom aus Berkeley. Als wir uns so ansahen, begriff ich auf einmal, dass ich diesem Mann nichts zusammenhängendes zu sagen hatte unter diesen Umständen, dass meine ganze Sprache als Wirtschaftswissenschaftler völlig nutzlos war. Sollte ich ihm sagen, dass er glücklich sein sollte weil das Bruttosozialprodukt um 5% gestiegen war oder so? Alles fühlte sich nutzlos an. Ökonomen studieren und analysieren Armut in ihren schönen Büros, sie haben all diese Statistiken, sie machen all diese Modelle und sind davon überzeugt, dass sie alles wissen. Aber sie verstehen Armut nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich leben im Süden Chiles, ganz unten im Süden. Und diese Region ist für ihre Milchproduktion bekannt. Technologisch hoch entwickelt, in jeder Hinsicht das Beste, das es gibt. Vor ein paar Monaten war ich in einem Hotel dort zum Frühstück, und da gab es diese kleinen Butterportionen. Ich schaute mir eine genauer an, Es war Butter aus Neuseeland. Und ich dachte, ist das nicht verrückt? Warum? Die Antwort ist, weil Ökonomen nicht wissen, wie die wirklichen Kosten zu berechnen sind. Die Butter über 10000 Kilometer an einen Ort zu bringen, wo bereits die beste Butter hergestellt wird, mit dem Argument, dass es billiger ist, ist eine kolossale Torheit. Sie beziehen die Auswirkungen auf die Umwelt eines Transportes über 10000 Kilometer hinweg nicht mit ein. Und ein Teil des Grundes dafür, dass es billiger ist, ist, weil es subventioniert wird. Also ist das ganz klar ein Fall wo der Preis nicht die Wahrheit sagt. Das sind alles Tricks. Und diese Tricks richten einen kolossalen Schaden an. Wenn du die Produktion näher an den Verbraucher heranbringst, wirst du besser essen, du bekommst besseres Essen, Du weißt , woher es kommt und kennst vielleicht die Person, die es herstellt. Du wirst den Verbrauch humanisieren. Aber die Art, wie Wirtschaft heutzutage praktiziert wird, ist total entmenschlicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir brauchen kultivierte Ökonomen, Wirtschaftswissenschaftler, die die Geschichte kennen, wo die Ideen herkommen, wie die Ideen entstanden sind, wer was getan hat; eine Ökonomie, die sich selbst sehr klar als ein Untersystem des größeren Systems der Biosphäre versteht. Die heutigen Wirtschaftswissenschaftler wissen nichts über Ökosysteme, nichts über Thermodynamik, nichts über Artenvielfalt - sie sind in dieser Hinsicht völlig unwissend. Und ich weiß nicht, was es einem Ökonomen schaden würde, zu wissen, dass wenn die Tiere und die Natur verschwinden würden, er genauso verschwinden würde, weil es kein Essen mehr geben würde. Aber die heutigen Ökonomen wissen nicht, dass wir absolut von der Natur abhängig sind. Für sie ist die Natur ein Untersystem der Wirtschaft. Es ist total verrückt!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/taxonomy/term/76&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/94/barefoot-economics.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/94/barefoot-economics.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Barefoot Economics&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul class=&quot;links inline&quot;&gt;&lt;li class=&quot;translation_it first&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/it/translation/leconomia_a_piedi_nudi&quot; title=&quot;L’economia a piedi nudi&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;it&quot;&gt;Italiano&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_es&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/es/traduccion/la_economia_descalza&quot; title=&quot;La economía descalza&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;es&quot;&gt;Español&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_id last&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/id/translation/ekonomi_tanpa_alas_kaki&quot; title=&quot;Ekonomi Tanpa Alas Kaki&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;id&quot;&gt;Bahasa Indonesia&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Geht weiter ohne anzuhalten</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/occupywallstreet&quot;&gt;#OCCUPYWALLSTREET&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/arab_spring&quot;&gt;Arab Spring&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/cairo&quot;&gt;cairo&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/tahrir&quot;&gt;tahrir&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;25 Okt 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_blog_cairo_s_0_2.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Above: Video still from Kasr Al Nile bridge protests. (almasryalyoum.com) - Below: Police square off against protesters on Brooklyn bridge. (Jessica Rinaldi/Reuters)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;An alle die in den USA zur Zeit Parks, Plätze und andere Räume besetzt halten, Eure Genossen in Kairo beobachten Euch in Solidarität. Nachdem wir soviel Rat von Euch über den Übergang zur Demokratie bekommen haben, dachten wir, jetzt sind wir dran, an Euch Ratschläge zu verteilen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Tat sind wir jetzt in vielerlei Hinsicht in denselben Kampf verwickelt. Was die meisten Experten &quot;den Arabischen Frühling&quot; nennen, hat seine Wurzeln in den Demonstrationen, Aufständen, Streiks und Besetzungen, die auf der ganzen Welt stattfinden; seine Grundlagen liegen in den jahrelangen Kämpfen von Menschen und populären Bewegungen. Der Moment in dem wir uns befinden ist nichts neues, da wir in Ãgypten und woanders gegen Systeme der Unterdrückung gekämpft haben, gegen Entrechtung und die ungebremsten Verwüstungen des globalen Kapitalismus (Ja, jetzt ist es raus, Kapitalismus): ein System das eine Welt hervorgebracht hat, die gefährlich und grausam für seine Bewohner ist. Während die Interessen von Regierungen zunehmend die Interessen und den Komfort von privatem, transnationalem Kapital bedienen, sind unsere Städte und Wohnungen zunehmend abstraktere und gewalttätigere Orte geworden, die dem zufälligen Wüten der nächsten wirtschaftlichen Entwicklung oder des nächsten städtebaulichen Umstrukturierungsplan unterworfen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine ganze Generation rund um den Globus ist mit der Erkenntnis aufgewachsen, im Denken und im Fühlen, dass wir keine Zukunft haben, so wie die Dinge jetzt geordnet sind. Während wir unter einer politischen Agenda der strukturellen Anpassung und der angeblichen Expertise internationaler Organisationen wie der Weltbank und des IWF lebten, sahen wir zu, wie unsere Ressourcen, Industrien und öffentlichen Dienste verkauft und abgebaut wurden während der &quot;Freie Markt&quot; die Abhängigkeit von ausländischen Produkten durchdrückte, sogar von ausländischem Essen. Die Profite und Vorteile dieser befreiten Märkte gingen woanders hin, während Ãgypten und andere Länder des Südens sich in durch massiven Anstieg von polizeilicher Unterdrückung und Folter verschärfter Verelendung wiederfanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gegenwärtige Krise in Amerika und Westeuropa hat begonnen, diese Wirklichkeit auch zu Euch nach Hause zurück zu bringen: Dass, so wie die Dinge stehen, wir alle uns krumm arbeiten werden, mit durch persönliche Schulden und öffentlichen Sozialabbau gebrochenem Rückrat. Nicht genug damit, die Reste des öffentlichen Raumes und des Sozialstaates auszuhöhlen, attackieren der Kapitalismus und der Sozialdemontagestaat jetzt sogar den Privatbereich und das Recht der Menschen auf anständiges Wohnen indem tausende von zwangsvollstreckten Hausbesitzern sich als Obdachlose und bei den Banken verschuldet wiederfinden, die sie zwangsweise auf die Straße gesetzt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also stehen wir nicht nur hinter Euch bei euren Versuchen, das Alte in die Knie zu zwingen, sondern auch mit dem Neuen zu experimentieren. Wir protestieren nicht. Gegen wen könnten wir protestieren? Was könnten wir von ihnen fordern, das sie uns gewähren könnten? Wir besetzen. Wir fordern dieselben Räume öffentlicher Praxis zurück, die zu Waren gemacht worden sind, die privatisiert wurden und in die Hände einer gesichtslosen Bürokratie, in Immobilienportfolios, und Polizei &quot;Schutz&quot; weggeschlossen. Haltet sie fest diese Räume, nährt sie, und lasst die Grenzen eurer Besetzungen wachsen. Wer hat denn schließlich diese Parks, diese Plätze, diese Gebäude gebaut? Wessen Arbeit hat sie real und lebenswert gemacht? Was soll daran so natürlich sein, dass sie uns vorenthalten, polizeilich abgesperrt und diszipliniert werden? Diese Räume zurückzufordern und sie gerecht und gemeinsam zu verwalten ist Beweis genug für unsere Legitimität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei unserer eigenen Besetzung von Tahrir trafen wir Leute, die jeden Tag in Tränen auf den Platz kamen, weil es das erste Mal war, dass sie durch diese Srassen und Räume gingen ohne von der Polizei schikaniert zu werden; nicht nur die Ideen sind wichtig, diese Räume sind grundlegend für die Möglichkeit einer neuen Welt. Dies sind öffentliche Räume. Räume zum Versammeln, Muße für zum Treffen und Interagieren: diese Räume sollten der Grund sein, weshalb wir in Städten leben. Wo der Staat und die Interessen von Eigentümern sie unzugänglich, exklusiv oder gefährlich gemacht haben, ist es an uns, sicher zu stellen, dass sie sicher sind, einschließend und gerecht. Wir haben sie geöffnet und müssen sie weiter öffnen für jedermann, der eine bessere Welt erbauen möchte, besonders für die an den Rand gedrängten, die ausgeschlossenen und für die Gruppen, die am meisten gelitten haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was du in diesen Räumen tust ist weder so grandios und abstrakt noch so alltäglich wie &quot;wirkliche Demokratie&quot;; die beginnenden Formen von Praxis und sozialem Engagement, die bei den Besetzungen entstehen, vermeiden die leeren Ideale und den schalen Parlamentarismus, den der Begriff Demokratie mittlerweile repräsentiert. Und deshalb müssen die Besetzungen weiter gehen, weil es niemanden mehr gibt, der Reformen fordert. Sie müssen weiter gehen, weil wir erschaffen, worauf wir nicht mehr länger warten können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber die Ideologien von Eigentum und Besitz werden sich wieder zeigen. Ob durch die offene Opposition von Landbesitzern oder Stadtverwaltungen gegen unsere Zeltlager oder die subtileren Versuche den Raum durch Verkehrsregelungen, Anti-Camping Gesetze oder Gesundheits- oder Sicherheitsregeln. Es gibt einen direkten Widerspruch zwischen dem, was wir aus unseren Städten und Räumen machen wollen und dem, was das Gesetz und die Sicherheitssysteme, die dahinter stehen, von uns wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind solcher direkten und indirekten Gewalt begegnet und wir begegnen ihr weiterhin. Diejenigen, die sagten, dass die ägyptische Revolution friedlich gewesen ist, haben nicht den Horror gesehen, mit dem die Polizei uns heimgesucht hat, und sie haben auch nicht den Widerstand gesehen, sogar die Gewalt, die Revolutionäre gegen die Polizei gebrauchten, um ihre Zeltbesetzungen und Räume zu verteidigen: die Regierung gab es selber zu; 99 Polizeistationen waren in Brand gesteckt worden, tausende von Polizeifahrzeugen wurden zerstört, und alle Büros der Regierungspartei in ganz Ägypten wurden niedergebrannt. Barrikaden wurden errichtet, Beamte wurden zurückgeschlagen und mit Steinen beworfen sogar als sie Tränengas und scharfe Munition auf uns abfeuerten. Aber letztendlich zogen sie sich am 28. Januar zurück, und wir hatten unsere Städte erobert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es entspricht nicht unserem Verlangen uns an Gewalt zu beteiligen, aber noch weniger wollen wir verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir nicht aktiv Widerstand leisten, wenn sie kommen, um das, was wir gewonnen haben, zurück zu holen, dann werden wir sicher verlieren. Verwechselt nicht die Taktik, die wir benutzten, als wir riefen &quot;friedlich&quot; mit der Fetischisierung von Gewaltlosigkeit; Wenn der Staat sofort aufgegeben hätte, wären wir überglücklich gewesen, aber als sie versuchten, uns zu missbrauchen, uns zu schlagen, uns zu töten, wussten wir, dass es keine andere Möglichkeit gab als zurück zu schlagen. Hätten wir nachgelassen und uns erlaubt, verhaftet zu werden, gefoltert zu werden, und zu Blutzeugen gemacht zu werden - &quot;aus Prinzip&quot;, hätten wir nicht weniger geblutet, wären nicht weniger geschlagen und getötet worden. Seid bereit diese Dinge, die ihr besetzt habt zu verteidigen, die ihr aufbaut, weil, nachdem uns alles andere weggenommen worden ist, sind diese zurückeroberten Räume für uns so sehr wertvoll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abschließend also, unser einziger wirklicher Rat an Euch ist weiterzumachen, geht weiter und haltet nicht an. Besetzt mehr, findet einander, baut immer größere Netzwerke und entdeckt weitere neue Wege, mit sozialem Leben zu experimentieren, mit Konsens und mit Demokratie. Entdeckt neue Arten, diese Räume zu benutzen, entdeckt neue Wege, sie zu halten und sie niemals wieder aufzugeben. Leistet heftigen Widerstand, wenn ihr angegriffen werdet, aber ansonsten freut euch daran, was ihr tut, lasst es leicht sein, sogar Spaß. Wir schauen uns jetzt alle gegenseitig zu, und von Kairo aus wollen wir sagen, dass wir solidarisch mit Euch sind, und wir lieben Euch alle für das, was ihr tut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genossen aus Kairo.24.Oktober, 2011&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/taxonomy/term/76&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/blogs/adbusters-blog/keep-going-and-do-not-stop.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/blogs/adbusters-blog/keep-going-and-do-not-stop.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Keep Going and Do Not Stop&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul class=&quot;links inline&quot;&gt;&lt;li class=&quot;translation_el first&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/el/translation/synehiste_kai_min_stamatisete_mprosta_se_tipote&quot; title=&quot;Συνεχίστε και μην σταματήσετε μπροστά σε τίποτε&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;el&quot;&gt;Ελληνικά&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
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 <title>Dopamin Spritzer</title>
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&lt;p&gt;Die Gleichaltrigenwelt der Kinder ist so gefährlich. Sie ist befrachtet mit Mobbing, Ausgrenzung, &quot;Dissen,&quot; Ausschluss und negativem Gerede. Wie schützen sich Kinder vor all dieser Negativität in der Welt ihrer Gleichaltrigen? Sie sind nicht darauf ausgerichtet sich gegenseitig bedingungslos liebevoll anzunehmen. Selbst Erwachsenen fällt es schwer das zu geben. Kinder können das nicht. Also werden diese Kinder sehr unsicher. Um sich emotional zu schützen, verschließen sie sich. Sie Sie verhärten sich. Sie werden cool. Nichts ist wichtig. Cool ist die Botschaft. Das kann man in Rock Videos sehen. Es geht nur um cool. Es geht nur um Aggression und cool und keine echte Emotion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bedingungen in denen Kinder sich entwickeln sind so verdorben und belastet worden in den letzten paar Jahrzehnten dass die Vorlage für eine normale Gehirnentwicklung nicht mehr vorhanden ist für viele Kinder. Dr. Bessel van der Kolk, ein Professor für Psychiatrie der Bostoner Universität, sagt tatsächlich dass Vernachlässigung oder Missbrauch von Kindern die Nummer eins der öffentlichen Gesundheitsprobleme in den Vereinigten Staaten ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt über eine halbe Million Kinder in diesem Land die starke antipsychotische Medikamente bekommen, solche die bei erwachsenen Schizophrenen zur Regulierung ihrer Halluzinationen eingesetzt werden. Aber in diesem Fall werden Kinder auf diese Medikamente gesetzt um ihr Verhalten zu steuern. Also handelt es sich hier um ein massives soziales Experiment der chemischen Kontrolle von Kinderverhalten, ohne jegliche Vorstellung von den Langzeitkonsequenzen, die diese superstarken Antipsychotika auf die Kinder haben werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit anderen Worten, was hier passiert ist die Korrektur eines massiven sozialen Problems das mit Verbindungslosigkeit in der Gesellschaft zu tun hat und dem Verlust von Förderung und wir ersetzen das chemisch. Diese Stimulanz-Drogen scheinen tatsächlich zu wirken und einer Menge Kinder wird damit geholfen. Das Problem ist nicht so sehr ob sie genutzt werden sollten oder nicht. Das Problem ist, dass in 80 Prozent der Fälle einem Kind eine Medikation verschrieben wird und das war es dann. Niemand spricht mit der Familie über die Familienumgebung. Die Schule macht keinen Versuch die Schulumgebung zu verändern. Niemand nimmt emotionale Verbindung zu dem Kind auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kanadische Statistiken zeigten erst letzte Woche, dass es innerhalb der letzten fünf Jahre eine 43 prozentige Erhöhung der Verschreibungsrate von Stimulanzien für ADS oder ADHS gegeben hat, wobei die meisten Jungen betrafen. Mit anderen Worten, wir sehen ein nie dagewesenes Wachstum der Diagnose. In einem breiteren Sinne gesehen spreche ich über die Zerstörung der Kindheit in Amerika, weil ADS nur eine Schablone ist. Es ist nur ein Beispiel für das, was vor sich geht. Tatsächlich, gemäß einer neueren Studie die in den Staaten veröffentlicht wurde, erfüllen fast die Hälfte der heranwachsenden Amerikaner jetzt einige Kriterien für eine psychische Erkrankung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt Teile des Gehirns im präfrontalen Kortex, ganz vorne im Gehirn, deren Aufgabe es ist, soziales Verhaltenweisen zu steuern. Sie vermitteln uns Empathie. Sie geben uns Einsichten. Sie bringen uns auf andere Menschen eingestimmte Kommunikation. Sie bringen uns einen Sinn für Moral. Dies sind genau die Bedingungen, die gemäß einer Notre Dame Studie, jetzt fehlen. Also wachsen viele Kinder heute ohne Empathie auf, ohne Einsicht in Andere, ohne Sinn für soziale Verantwortung. Mobbing ist nur ein Beispiel dafür.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/taxonomy/term/76&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/94/dopamine-squirts.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/94/dopamine-squirts.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Dopamine Squirts&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Die amerikanische Psychose</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/celebrity_culture&quot;&gt;celebrity culture&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/empire_of_illusion&quot;&gt;empire of illusion&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/individualism&quot;&gt;individualism&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/television&quot;&gt;television&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-4&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/usa&quot;&gt;USA&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;17 Jun 2010&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/90_americanpsychosis_splash.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Links: Tom Mihalek/AFP. Rechts: Loe Russell&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Die USA, momentan fest im Würgegriff der Gefahr einer drohenden Selbstauflösung wie so viele zugrundegehende Imperien, sind ein Land wo man begeistert von Illusionen ist. Viel emotionale und intellektuelle Energie wird dort in Triviales und Absurdes investiert. Die Wände bröckeln bereits, und doch ist man fasziniert von stumpfer Bühnenkunst der Promikultur. Diese Promikultur liefert eine alberne Berechtigung für düsteren Voyeurismus, wenn es um Demütigung, Schmerz, Schwäche von und Verrat an anderen Menschen geht. Jeden Tag fesselt eine neue sensationslüsterne Saga das Land, egal ob über Michael Jackson, Britney Spears oder John Edwards ? und das trotz aller Bankpleiten und Kriege, trotz steigender Armut und der Kriminalität der Finanzbranche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tugenden, die einen Staat aufrechterhalten, wie Ehrlichkeit, Selbstaufopferung, Transparenz und Fähigkeit zum Teilen werden jeden Abend lächerlich gemacht, und zwar dann, wenn immer noch an antiquierte Verhaltensweisen glaubende Trottel aus irgendwelchen Reality-Shows fliegen. Die Konkurrenten um Preisgeld und ein bisschen flüchtigen Ruhm dürfen unter dem Jubel von Millionen Zuschauern abstimmen und die unerwünschte Person ?verschwinden lassen?. In den letzten Episoden von ?America?s Next Top Model? verschwindet die in der betreffenden Folge herausgewählte Kandidatin aus dem Gruppenfoto auf der Leinwand. Die zur Seite Gestoßenen existieren für die Fernsehzuschauer nicht mehr. Promis, die in der Öffentlichkeit keinerlei Beachtung mehr finden, sei sie gut oder schlecht, verschwinden einfach. Diese Shows lehren uns unentwegt: das Leben ist eine brutale Welt des totalen Wettbewerbs unter dem Diktat des Verlangens nach Ruhm und Aufmerksamkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Kultur der schamlosen Selbstüberhöhung, fest verankert im amerikanischen Charakter, ermöglicht es uns, all unsere Gegner zu demütigen. Wir denken schließlich, dass wir nur weil wir das Potential haben, einen Krieg zu beginnen, auch das Recht haben, einen Krieg zu beginnen. Die Verlierer haben es verdient, ausgelöscht zu werden. Die, die es nicht schaffen und für hässlich, unwissend und arm gehalten werden, werden belächelt und durch den Kakao gezogen. Menschen werden wie Schachteln für Fast-Food benutzt und weggeworfen. All die weggeworfenen Menschen bevölkern jetzt in großer Anzahl Arbeitsämter, Gefängnisse und Suppenküchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Egokult wird die USA vernichten. Er beinhaltet klassische psychopathische Symptome: oberflächlicher Charme, Prunk und Selbstüberschätzung, Bedürfnis nach andauernder Stimulation; einen Hang zu Lug, Trug und Manipulation sowie die Unfähigkeit, Reue oder Schuld zu empfinden. Michael Jackson hatte all diese Eigenschaften, angefangen bei seinen unechten Hochzeiten über Bilder von ihm im Kostüm eines Königs über seinen unstillbaren Hunger nach neuen Spielzeugen bis hin zu seinen fragwürdigen Beziehungen mit kleinen Jungen. Eben diese Ethik wird von Firmen unterstützt. Es ist die Ethik des uneingeschränkten Kapitalismus. Es ist falsch, zu glauben, dass persönlicher Stil und persönliches Vorankommen individualistisch sind und mit demokratischer Gleichheit gleichzusetzen sind. Im ganzen Land gilt: Image vor Substanz, Illusion vor Wahrheit. Und genau darum blinzeln Investmentbanker verwirrt, wenn man fragt, ob sie einen moralischen Sinn in den Milliardenprofiten sehen, die sie durch den Verkauf toxischer Anleihen gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Egokult gibt uns das Recht, alles zu bekommen, was wir haben wollen. Wir dürfen alles tun und sogar Freunde in unserer unmittelbaren Umgebung lächerlich machen und zerstören, um Geld zu machen, glücklich zu sein und berühmt zu werden. Wenn Ruhm und Reichtum erst mal da sind, begründen sie sich moralisch selbst. Es ist egal, wie man dorthin gelangt. Diese völlig pervertierte und verdrehte Ethik hat uns Investmentbanken wie Goldman Sachs beschert, die wissentlich die Weltwirtschaft an den Rand eines Zusammenbruchs brachten und gleichzeitig das Geld zehntausender Kleinaktionäre verspekulierten. Die Aktionäre hatten die Aktien als Altersvorsorge oder als Geldanlage zur Finanzierung des Studiums ihrer Kinder gekauft. Die Bosse dieser Banken machten sich mit hunderten von Millionen Dollar an Boni und Ausgleichszahlungen aus dem Staub, fast wie der Gewinner einer Reality Show, der andere für den Erfolg belogen und manipuliert hat. Die Ethik der Wall Street funktioniert wie die Ethik des Ruhms. Diese beiden verschmelzen zu einem bizarren Glaubenssystem, welches ausschließt, dass das Land zu einer realitätsgesteuerten Politik zurückfinden könnte oder den internen Zusammenbruch verhindern könnte. Eine Gesellschaft, die Wirklichkeit und Illusion nicht unterscheiden kann, wird sterben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verlockungen unserer Konsumkultur gibt es nun für die meisten Bürger auf unserem Weg in den Zusammenbruch nicht mehr. Der Unternehmerstaat ist nicht mehr fähig, das Land durch mehr Kreditvergabe und ein Überangebot von billigen Massenkonsumgütern ruhig zu stellen. Die Arbeitsplätze, die wir abbauen, sind für immer verloren. Lawrence Summers, Wirtschaftswissenschaftler im Weißen Haus, gibt dies zwischen den Zeilen zu, wenn er von einem ?Aufschwung ohne Arbeitsplätze? spricht. Der Glaube, Demokratie sei gleichbedeutend mit Auswahlmöglichkeit zwischen konkurrierenden Marken und der Anhäufung persönlichen Reichtums auf Kosten anderer, stellt sich als Betrug heraus. Freiheit darf nicht länger mit freien Märkten gleichgesetzt werden. Die Probleme der Armen werden rasch zu den Problemen der Mittelschicht, zumal die Arbeitslosenversicherung ausläuft. Durch einen neuen Klassenkampf, einst unter der fröhlichen Illusion begraben, dass wir alle vor einer Ära des Wohlstands im uneingeschränkten Kapitalismus stehen, wird Rache genommen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA ertrinken in Billionenschulden, die nie getilgt werden können und treiben nur noch an der Wasseroberfläche, weil sie wie die Wahnsinnigen jeden Tag Staatsanleihen für 2 Milliarden Dollar an China verkaufen. 2009 verloren 2,8 Millionen Amerikaner ihr Heim durch Zwangsräumung oder Beschlagnahmung? beinahe 8000 täglich ? und die USA schauen tatenlos zu, wie dieses Jahr noch weitere 2,4 Millionen dazukommen. Die Bush-Regierung wird trotz offensichtlicher Kriegsverbrechen wie der Anwendung von Folter nicht rechtlich belangt und es werden keinerlei Schritte unternommen, Bushs Geheimhaltungsgesetze abzubauen oder das Gesetz zum Schutze der persönlichen Freiheit (Habeas Corpus Act) wieder in Kraft zu setzen. Die amerikanische Infrastruktur wird marode. Budgetdefizite treiben einzelne Bundesstaaten in den Bankrott und erzwingen dadurch die Schließung von Schulen oder Parks. Die Kriege im Irak und in Afghanistan, in denen Billionen Dollar vergeudet wurden, scheinen kein Ende zu nehmen. 50 Millionen Amerikaner leben in Armut und beinahe ebenso viele werden in die Kategorie ?fast arm? eingeordnet. Jeder achte Amerikaner und jedes vierte amerikanische Kind braucht Lebensmittelbeihilfe. Trotz allem bleiben wir ein Land, das von heiterem Geplauder und heiteren Gedanken gefangen gehalten wird. Wir akzeptieren weiterhin die Illusion vom unvermeidlichen Fortschritt, persönlichen Erfolg und steigenden Wohlstand. Die Realität darf kein Hindernis für die Erfüllung von Wünschen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Kultur, die in einer Scheinwelt lebt, wird ein kindischer Zustand der permanenten Infantilität aufrecht erhalten. Wenn die Kluft zwischen Illusion und Realität immer größer wird und wir plötzlich begreifen, dass UNSER Haus zwangsgeräumt wird und UNSERE Arbeit für immer verloren ist, reagieren wir wie Kinder. Wir schreien und rufen nach einem Erlöser, der uns Rache, moralische Erneuerung und neuen Ruhm verspricht. Das ist alles nicht neu. Ein wütender und heftiger Gegenschlag der betrogenen und zornigen Bevölkerung, die intellektuell, emotional und psychologisch nicht auf den Kollaps vorbereitet ist, wird Demokraten und Republikaner größtenteils vernichten und die USA in ein neues dunkles Zeitalter stürzen. Der wirtschaftliche Zusammenbruch in Jugoslawien brachte Slobodan Milosevic hervor. Die Weimarer Republik spie Adolf Hitler aus. Der Zusammenbruch des zaristischen Russlands öffnete Lenin und den Bolschewiken die Türen. Intrigante proto-faschistische Sonderlinge, christliche Demagogen bis hin zu großmäuligen Talkshowmoderatoren, die wir jetzt noch naiv als Clowns abtun, werden Wiedergutmachung und moralische Erneuerung versprechen und die Nachfolge antreten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Niedergang der USA hat lange vor der letzten Wirtschaftskrise und den Kriegen im Irak und in Afghanistan begonnen. Er begann vor dem Ersten Golfkrieg und auch vor Ronald Reagan. Der Harvard-Historiker Charles Maier ist der Meinung, dass er begann, als wir von einem ?Produktionsimperium? zu einem ?Konsumimperium? wurden. Gegen Ende des Vietnamkrieges fraßen die Kriegskosten Präsident Lyndon B. Johnson?s ?Great Society? auf und die heimische Ölproduktion begann unerbittlich zu fallen. In diesem Zeitraum wandelte sich unser Land von einem, das hauptsächlich produzierte, in eines, das hauptsächlich konsumierte. Wir fingen an, Kredite aufzunehmen, um den Konsum und ein nicht mehr finanzierbares Imperium zu stabilisieren. Wir begannen, unseren unstillbaren Durst nach Öl durch den Einsatz von Gewalt vor allem im Nahen Osten zufrieden zu stellen. Die Illusion vom Wachstum und vom Wohlstand ersetzte reales Wachstum und realen Wohlstand. Jetzt ist die Rechnung fällig. Die gefährlichsten Feinde der USA sind nicht radikale Islamisten, sondern diejenigen, die uns die pervertierte Ideologie des unbeschränkten Kapitalismus und der Globalisierung verkauft haben. Sie haben die Fundamente unserer Gesellschaft in die Luft gesprengt. Im 17. Jahrhundert wären diese Spekulanten gehängt worden. Heute regieren sie und verprassen Milliarden Steuergelder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun steigt der Druck, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ergreifen immer größere Teile der Bevölkerung. Als Reaktion werden unternehmerische und politische Kontrollinstrumente verstärkt, um Unruhen und Instabilität zu verhindern. Unternehmerstaat bedeutet immer Sicherheitsstaat. Deshalb setzte die Bush-Regierung den Patriot Act und seine Neuauflage durch, hob den Habeas Corpus Act auf, lehnte freie und faire Wahlen mit nachvollziehbaren Auszählmethoden ab und ermöglichte praktisch Urteile bei Gericht ohne formal korrektes Verfahren sowie das unbefugte Abhören amerikanischer Bürger. Hinter diesen Maßnahmen steht keineswegs die Absicht zur Terrorismusbekämpfung oder zur Verbesserung von Sicherheitsmaßnahmen. Das eigentliche Motiv ist, die interne Kontrolle zu ergreifen und zu behalten, es geht um unsere Überwachung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbst angesichts bevorstehender Katastrophen versichern uns die Massenmedien weiterhin, dass unser Leben harmonisch und vollkommen sein kann, wenn wir die Augen schließen, wenn wir uns das Gewünschte bildlich vorstellen, wenn wir Selbstvertrauen haben, wenn wir Gott wissen lassen, dass wir an Wunder glauben, wenn wir unsere innere Stärke nutzen, wenn wir begreifen, dass wir außergewöhnlich sind, wenn wir uns auf das Glück fokussieren. Dieser kulturelle Rückzug in die Illusion, egal ob von Positivpsychologen, Hollywood oder christlichen Predigern verbreitet, ist wie Glaube an Zauberei. Wertlose Hypotheken und Schulden verwandeln sich in Wohlstand. Die Zerstörung unserer Produktionsbasis bedeutet eine Chance zum Wachstum. Entfremdung und Zukunftsangst mutieren zu einer heiteren Konformität. Eine Nation, die illegal Kriege führt und in überseeischen Gefängniskolonien offen Folter praktiziert, wird zur größten Demokratie der Welt. Und wir werden dadurch davon abgehalten, zurückzuschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Widerstandsbewegungen müssen sich ihre Vorbilder nun in den langen dunklen Zeiten der Sklaverei, den Jahrzehnten der Unterdrückung in der Sowjetunion und in den verfluchten Zeiten des Faschismus suchen. Das Ziel wird nicht länger sein, das System zu reformieren, sondern Wahrheit, Zivilisiertheit und Kultur vor einer massenhaften Verseuchung zu bewahren. Wie in allen anderen totalitären Gesellschaften erfordert dies einen schizophrenen Lebensstil. Unser privates und öffentliches Benehmen werden oft stark voneinander abweichen. Widerstand wird oft subtil und nuanciert sein. Er geschieht nicht zum kurzfristigen Gewinn, sondern um unsere Integrität zu beweisen. Rebellion wird endlich ein endgültiges, vielleicht leicht zu definierendes Ziel haben. Je mehr wir uns der Kultur allgemein entziehen, desto mehr Freiraum werden wir haben, um sinnvolle Leben zu führen, desto fähiger werden wir sein, die von Massenmedien verbreitete Illusionsflut zu ignorieren und desto eher können wir Vernunft in einer wahnsinnigen Welt bewahren. Die Fähigkeit zum Durchhalten wird das Ziel sein.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/chris_hedges&quot;&gt;Chris Hedges&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/90/hedges-american-psychosis.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/90/hedges-american-psychosis.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;American Psychosis&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Ökologischer Realismus</title>
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&lt;p&gt;Es ist unmöglich, auch nur eines der Probleme, die die aktuelle Krise verursacht haben, zu lindern. Der besondere Charakter dieser Krise besteht darin, dass sie durch jeden nachfolgenden und nur teilweise nachvollziehbaren Lösungsversuch der mit ihr verbundenen Probleme verschlimmert werden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie alle Merkmale einer klassischen Krise wegen Überproduktion hat, hat die aktuelle Krise einige neue von nur wenigen Marxisten antizipierte Dimensionen, so dass man ihr nicht adäquat mit dem, was man bisher unter ?Sozialismus? verstand, begegnen kann. Es ist eine Krise in den Beziehungen zwischen Individuen und dem wirtschaftlichen Sektor, eine Krise in der Art zu arbeiten, in unseren Beziehungen zur Natur, zu unserem Körper, zu unserer Sexualität, zur Gesellschaft, zu zukünftigen Generationen, zur Geschichte, zum Stadtleben, zu unserem Lebensraum, zur Medizin, zur Bildung, zur Wissenschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen, dass unsere gegenwärtige Lebensweise keine Zukunft hat. Die Kinder, die wir in die Welt setzen, werden als Erwachsene weder Erdöl noch bisher alltäglich gebrauchte Metalle nutzen können. Wenn die aktuellen Atomprogramme umgesetzt werden, werden auch die Uranvorräte bis dahin aufgebraucht sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen, dass unsere Welt zu Ende geht und dass, wenn wir weitermachen wie bisher, Ozeane und Flüsse tot sein werden, der Boden unfruchtbar sein wird, die Luft in manchen Städten bald nicht mehr eingeatmet werden kann und dass Leben an sich zum Privileg werden wird, reserviert für ausgesuchte Exemplare einer neuen Art Mensch, die durch chemische Konditionierung und genetische Umprogrammierung an das Überleben in einer neuartigen ökologischen Nische angepasst wurden, die durch Biotechnologie geschaffen und erhalten wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen, dass sich die Industriegesellschaft über einhundertfünfzig Jahre auf der Basis einer immer schnelleren Ausbeutung von über Jahrmillionen entstandenen natürlichen Rohstoffen weiterentwickelt hat und wir wissen, dass bis vor Kurzem noch alle Wirtschaftswissenschaftler, seien sie klassisch oder marxistisch, Fragen nach der langfristigen Zukunft ? des Planeten, der Biosphäre, der Zivilisationen ? als irrelevant oder ?reaktionär? zurückgewiesen haben. ?Auf lange Sicht werden wir alle sterben,? sagte Keynes und machte so auf ironische Weise deutlich, dass der zeitliche Horizont eines Wirtschaftswissenschaftlers nicht über nächsten 10 oder 20 Jahre hinausgehen sollte. ?Die Wissenschaft,? wurde uns garantiert, werde neue Wege finden und Ingenieure würden heute noch unvorstellbare Prozesse entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wissenschaft und Technik haben nun eine gemeinsame wichtige Erkenntnis gewonnen: Jegliche Art von Produktion hängt von der Ausbeutung der begrenzten Ressourcen unseres Planeten ab und davon, Kompensationsstrategien innerhalb eines zerbrechlichen Systems voller vielfältiger Gleichgewichte zu organisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht hier nicht um die Vergöttlichung der Natur oder um das Prinzip ?zurück zur Natur? sondern darum, eine einfache Tatsache zu berücksichtigen: Menschliche Aktivität hat durch Natur bestimmte äußerste Grenzen. Respektiert man diese Grenzen nicht, löst man eine Gegenreaktion aus, deren Auswirkungen wir bereits auf bestimmten und bisher unverstandenen Wegen erleben: neue Krankheiten und neue Formen des Unwohlseins, verhaltensgestörte Kinder (nicht richtig angepasst an was eigentlich?), sinkende Lebenserwartung, abnehmendes körperliches Leistungsvermögen und wirtschaftliche Entlohnung sowie verringerte Lebensqualität bei gleichzeitig steigendem materiellem Konsum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Antwort der Wirtschaftswissenschaft darauf bestand bisher im Wesentlichen darin, all die als ?utopisch? oder ?unverantwortlich? abzutun, die die Aufmerksamkeit auf diese Symptome der Krise in unserer grundlegenden Beziehung zum natürlichen Umfeld gelenkt haben, in der jegliche wirtschaftliche Aktivität verwurzelt ist. Das wagemutigste Konzept, dass die moderne politische Wirtschaft anzuvisieren wagte, war dass des ?Nullwachstums? des tatsächlichen Konsums. Nur ein Wirtschaftswissenschaftler, Nicholas Georgescu-Roegen, besaß die Intelligenz, zu erkennen, dass der kontinuierliche Konsum seltener Ressourcen sogar bei Nullwachstum unvermeidlich zu deren vollständiger Ausbeutung führen wird. Es geht nicht darum, mehr Konsum zu vermeiden, sondern darum, weniger zu konsumieren ? es gibt keinen anderen Weg, die verfügbaren Ressourcen für zukünftige Generationen zu erhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darum geht es beim ökologischen Realismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Standardvorwurf besteht darin, dass jede Anstrengung, den Wachstumsprozess zu stoppen oder zu beschränken, existierende Ungerechtigkeit bewahren oder gar verschlimmern wird und zur Verschlimmerung der materiellen Verhältnisse der bereits Armen führen wird. Doch es ist falsch, zu glauben, dass Wachstum Ungerechtigkeit verringert ? Statistiken zeigen, dass das komplette Gegenteil der Fall ist. Man kann einwenden, dass sich diese Statistiken nur auf kapitalistische Länder beziehen und dass Sozialismus zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen würde, aber warum sollte es dann nötig sein, mehr und mehr Dinge zu produzieren? Wäre es nicht vernünftiger, verfügbare Ressourcen effizienter zu nutzen, manche Dinge auf andere Weise zu produzieren, Müll zu vermeiden, es abzulehnen, gemeinsam Güter zu produzieren, die so teuer sind, dass sie nie für alle erschwinglich sein werden oder so belastend und umweltschädlich, dass ? sobald sie für die Allgemeinheit produziert werden ? ihre Produktionskosten ihre Vorteile weit übersteigen und auf diese Art und Weise die Lebensbedingungen und die Lebensqualität aller zu steigern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer es radikal ablehnt, die Frage zu stellen, ob es Gerechtigkeit ohne Wachstum geben kann, zeigt lediglich, dass ?Sozialismus? für ihn/sie nur eine Weiterführung des Kapitalismus mit anderen Mitteln ist ? eine Ausweitung der Werte der Mittelklasse, ihrer Lebensweise und sozialen Verhaltensweisen, die die aufgeklärteren Vertreter dieser sozialen Klasse unter dem Druck ihrer Söhne und Töchter bereits abzulehnen beginnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Mangel an Realismus besteht heutzutage nicht mehr darin, die Idee vom größeren Wohlbefinden durch die Abkehr vom Wachstum und vom vorherrschenden Lebensstil zu unterstützen. Ein Mangel an Realismus besteht, wenn man immer noch an die Idee glaubt, dass Wirtschaftswachstum mehr menschliches Wohlbefinden bedeutet? obwohl dies immer noch tatsächlich möglich ist.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/andre_gorz&quot;&gt;André Gorz&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/93/metameme-zero-growth.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/93/metameme-zero-growth.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Ecological Realism&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-pub-description field-type-text-long field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Publication description:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Auszug aus &lt;em&gt;Ecology as Politics&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-pub-pic field-type-image field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Publication picture:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/styles/thumbnail/public/41FGZAYwNeL._SS500_.jpg?itok=RXunHFOq&quot; width=&quot;100&quot; height=&quot;100&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Chris Hedges: Strategie für die Endzeit</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/usa&quot;&gt;USA&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;16 Jun 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_96_hedges.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Tyler Hicks / Redux / The New York Times&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Unruhen in Nahost, Naturkatastrophen in der Elfenbeinküste, Hungersnöte in gescheiterten Staaten wie Somalia, Extremwetterlagen und die systematische Auflösung des amerikanischen Imperiums sind keineswegs Anzeichen für einen Schritt in Richtung Freiheit und Demokratie, sondern für den katastrophalen Zusammenbruch globaler Systeme. Die Welt, wie wir sie kennen, geht dem Ende entgegen. Was nachfolgt wird weder schön noch leicht sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konzerneliten sind pleite und haben sich als unfähig zu einem radikalen Kurswechsel oder zu einer adäquaten Reaktion auf unsere sich rasant ändernde Realität erwiesen. Dennoch verbreiten sie weiterhin die mittlerweile totgerittenen Ideen des uneingeschränkten Kapitalismus, der Globalisierung, des verschwenderischen Konsums, von einer von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft und von endlosen Kriegen. Ihre Reaktion auf das große Auseinanderfallen ist die Behauptung, dass es selbiges nicht gäbe. Sie versuchen verzweifelt, das zum Scheitern verurteilte System des Konzernkapitalismus zu stützen. Je schlimmer es wird, umso mehr glauben sie an Zauberei und wollen auch uns dazu bringen, an Zauberei zu glauben. Dutzende Kongressabgeordnete in den USA sind der Auffassung, dass es Klimawandel nicht gibt und dass die Lehre von der Evolution Schwindel ist. Sie beten das Mantra herunter, dass die Märkte das menschliche Verhalten determinieren, obwohl der uneingeschränkte und nicht regulierte Kapitalismus die Weltwirtschaft in einen Schlaganfall getrieben hat und ca. 40 Billionen Dollar an globalem Vermögen in Luft aufgelöst hat. Die konzerngesteuerten Medien flüchten ebenso geschickt aus der Realität und zeigen endlose Mini-Dramen über Promis oder diskutieren ausgiebig über die dämlichen Äußerungen eines Donald Trump oder einer Sarah Palin. Die wirkliche Welt fällt dabei vor unseren Augen in sich zusammen und wird ignoriert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das todbringende Zusammentreffen von Umwelt- und wirtschaftlicher Katastrophe ist kein Zufall. Unternehmen verwandeln vom Menschen bis zur Natur alles in Gebrauchsartikel, die bis zur Erschöpfung oder bis in den Tod rücksichtslos ausgebeutet werden. Nun läuft ein Wettrennen in die Verdammnis zwischen der Vernichtung der Umwelt und dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Was passiert zuerst? Oder wird beides gleichzeitig geschehen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der CO2-Ausstoß steigt weiterhin exponentiell, die Polkappen schmelzen in alarmierender Geschwindigkeit, hunderte Arten sterben aus, Fischbestände werden systematisch ausgebeutet, Dürreperioden und Überschwemmungen zerstören Ackerland und menschlichen Lebensraum auf der ganzen Welt, Süßwasserquellen werden vergiftet und die große menschliche Migrationsbewegung weg von Küsten- und Wüstengebieten hat begonnen. Durch den Temperaturanstieg werden große Gebiete der Erde unbewohnbar werden. Die kontinuierliche Freisetzung großer Mengen Methan könnte den Warnungen einiger Wissenschaftler zufolge die menschliche Spezies schlicht und einfach ersticken lassen. Mit dem Angriff auf das Ökosystem, das menschliches Leben erst ermöglicht, gehen die Grausamkeit und Dummheit des unkontrollierten konzerngesteuerten Kapitalismus einher, durch den eine Weltwirtschaft bestehend aus Herren und Dienern und eine Welt, in der Millionen Menschen nicht überlebensfähig sind, entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir diskutieren weiterhin über Persönlichkeiten ? Ronald Reagan, George W. Bush, Barack Obama oder Stephen Harper ? obwohl Staatsoberhäupter und gewählte Repräsentanten mittlerweile eigentlich komplett irrelevant sind. Wirtschaftlobbyisten schreiben die Gesetzesvorlagen, Lobbyisten verabschieden sie und Lobbyisten stellen das Geld für den siegreichen Wahlkampf zur Verfügung. Lobbyisten geben Dir einen Job, wenn Du abgewählt wirst. Die eigentliche Macht liegt in den Händen einer kleinen Elite, die Konzerne managt. Der Anteil der reichsten 0,1% Amerikaner am nationalen Einkommen ist seit 1974 von 2,7 auf 12,3% gestiegen. Höchstwahrscheinlich ist jetzt jeder sechste amerikanische Arbeiter arbeitslos. 40 Millionen Amerikaner leben in Armut, und weitere zehn Millionen werden in die Kategorie ?fast arm? eingeordnet. Sechs Millionen Menschen in den USA werden ihr Zuhause wegen Zwangsversteigerung und Beschlagnahmung durch die Banken verlassen müssen. Während die Massen leiden, verteilt Goldman Sachs, ein Finanzunternehmen, das mit die Hauptverantwortung für die Vernichtung von 17 Billionen Dollar an Löhnen, Sparguthaben und Wohlstand von Kleininvestoren und ?aktionären trägt, fröhlich 17,5 Milliarden Dollar an Kompensationszahlungen an seine Manager, davon allein 12,6 Millionen an den Vorstandsvorsitzenden Lloyd Bankfein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die massive Umverteilung von Wohlstand ist geschehen, weil Gesetzgeber und öffentliche Repräsentanten im Wesentlichen gewählt wurden, um sie geschehen zu lassen. Es war keine Verschwörung. Der Prozess spielte sich in der Öffentlichkeit ab. Die Gründung einer neuen politischen Partei oder Bewegung war dafür nicht nötig. Der Prozess war das Ergebnis der Reglosigkeit unserer politischen und intellektuellen Klassen, die es angesichts steigender Machtfülle der Konzerne für persönlich profitabel hielten, ihn zu fördern oder zu ignorieren. So konnten die Armeen von Lobbyisten, die Gesetze schreiben, politische Kampagnen finanzieren und Propaganda verbreiten, die Wählerschaft umgehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In unserem politischen Vokabular wird weiterhin die Illusion von der partizipatorischen Demokratie gepflegt. Die Demokraten und die kanadischen Liberalen versuchen die Grausamkeit und die Ziele des Konzernstaates durch das Angebot schwacher Linderungsmittel und ihre ?wir-fühlen-mit-Euch?-Sprache zu verdecken. Der Neofeudalismus wird zementiert, egal ob von Demokraten und Liberalen, die mit 100 km/h darauf zusteuern, oder von Republikanern und Konservativen, die mit 160 km/h in Richtung dieses Ziels dahinbrettern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;?Die demokratische Partei festigt bei den Machtlosen die Illusion, dass sie ihre Interessen zur Priorität machen kann, beschwichtigt so die Menschen und definiert so den Stil einer Oppositionspartei in einem umgekehrten totalitären System?, schreibt Sheldon Wolin. Demokraten und Liberale sind immer in der Lage, eine weniger schlimme Alternative anzubieten, während sie tatsächlich wenig bis nichts tun, um den Marsch Richtung Konzernkollektivismus zu vereiteln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Grunde wünscht sich die amerikanische Öffentlichkeit eine gute Gesundheitsversorgung, Programme zur Schaffung von Arbeitsplätzen, gute Qualität der staatlichen Bildung und das Ende der Plünderung der US-Staatskassen durch die Wall Street. Die meisten Meinungsumfragen zeigen das. Es ist jedoch mittlerweile für die meisten Bürger in diesen Konzernstaaten unmöglich herauszufinden, was in den Machtzentren vor sich geht. Bekannte Nachrichtenmoderatoren zeigen pflichtbewusst zwei Seiten jeder Geschichte, obwohl normalerweise auf beiden Seiten gelogen wird. Der Zuschauer kann glauben, was immer er glauben will. Nichts wird wirklich näher beleuchtet oder erklärt. Die markanten Sprüche von Republikanern, Demokraten, Liberalen und Konservativen werden für bare Münze genommen. Und sobald die Fernsehscheinwerfer ausgeschaltet werden, machen sich die Politiker wieder an das Geschäft, dem Geschäft zu dienen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichte der Menschheit ist keine Chronik der Freiheit und der Demokratie und wird durch rücksichtsloses Vormachtstreben geprägt. Unsere Eliten haben wie alle anderen Eliten gehandelt. Sie haben clevere Mechanismen ausgearbeitet, um die Wünsche des Volkes zu blockieren, die Arbeiterschaft und in zunehmendem Maße die Mittelschicht zu entrechten, uns passiv zu halten und um uns dazu zu bringen, ihren Interessen zu dienen. Das kurze demokratische Erwachen unserer Gesellschaft wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ermöglicht durch radikale Bewegungen, Gewerkschaften und energische Presse, wurde erneut erstickt. Wir waren hypnotisiert von politischen Schattenspielen, von billigem Konsum, von Spektakeln und dem Glauben an Magie, während wir rücksichtslos entrechtet wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu ausreichend Nahrung, sauberem Wasser und keine Grundsicherheit. Seit Dezember 2008 sind dem Internationalen Währungsfonds zufolge die Nahrungsmittelpreise weltweit um 61% gestiegen. In den letzten acht Monaten ist der Weizenpreis explodiert und hat sich mehr als verdoppelt auf 8,56 Dollar pro Scheffel. Wenn Menschen die Hälfte ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen, wie es bereits in Ländern wie dem Jemen, Ägypten, Tunesien, Somalia und der Elfenbeinküste der Fall ist, bringen Preisanstiege dieser Größenordnung weitreichende Unterernährung und Hunger mit sich. Aufs Jahr hochgerechnet, sind die Lebensmittelpreise in den USA in den letzten drei Monaten um fünf Prozent gestiegen. Ca. 40 Millionen Amerikaner in Armut geben 35% ihres Nettoeinkommens für Lebensmittel aus. Und da die Kosten für fossile Brennstoffe weiter steigen, der Klimawandel die Agrarproduktion weiterhin beeinträchtigt und die Weltbevölkerung und die Arbeitslosenquoten ansteigen, werden wir bald durch mehr weltweite und nationale Unruhen erschüttert werden. Krawalle um Lebensmittel und politischer Protest werden ebenso häufig sein wie Unterernährung und Hungersnöte. Verzweifelte Menschen greifen zu verzweifelten Maßnahmen, um zu überleben. Die Eliten werden den Überwachungs- und Sicherheitsstaat nutzen und versuchen, jegliche Form von abweichender öffentlicher Meinung im Keim zu ersticken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Konzernkapitalisten und Wall Street-Spekulanten sollten die Letzten sein, die für unsere Nahrungsmittelversorgung, das soziale und politische Leben und vor allem für das gesundheitliche Versorgung kranker Kinder verantwortlich sind. Daran wird sich nichts ändern, bis wir der Gesellschaft allgemein den Rücken zuwenden, die an unseren Universitäten und in der Presse von Konzernapologeten verbreiteten Glaubensgrundsätze verurteilen und unseren Widerstand gegen den Unternehmerstaat von Grund auf entwickeln. Es wird nicht einfach sein. Es wird lange dauern. Und wir werden den Status als sozial und politisch Ausgestoßene akzeptieren müssen, insbesondere weil die wahnwitzigen Bewegungen am Rand unseres politischen Establishments mit sich verschärfender Krise immer mächtiger werden. Der Konzernstaat kann links und rechts nichts außer Angst bieten. Er benutzt Angst, um die Bevölkerung zu passiven Komplizen zu machen. Und es wird sich nichts wirklich ändern, solange wir weiterhin Angst haben oder glauben, dass die formal bestehenden Machtmechanismen eine wirkliche Reform ermöglichen könnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schriftsteller wie John Ralston Saul haben darauf hingewiesen, dass es egal ist, dass sich jedes im Rahmen der Globalisierung gemachte Versprechen als Lüge herausgestellt hat. Es ist egal, dass sich wirtschaftliche Ungleichheit verschlimmert hat und dass ein Großteil des Weltvermögens in wenigen Händen liegt. Es ist egal, dass sich die Mittelklasse als treibende Kraft jeder Demokratie langsam auflöst und dass die Rechte und Löhne der Arbeiterklasse einhergehend mit der Auflösung von Arbeitsgesetzen, dem mangelnden Schutz unserer Produktionsbasis und der Zerschlagung von Gewerkschaften stark reduziert worden sind. Es ist egal, dass Konzerne die Abschaffung von Handelsbarrieren als Möglichkeit zur massiven Steuerhinterziehung genutzt haben, was es z.B. Konglomeraten wie General Electric oder der Bank of America ermöglicht, keinerlei Steuern zahlen zu müssen. Es ist egal, dass Konzerne das Ökosystem für den Profit ausbeuten und vernichten. Das stetige Bombardement mit durch Konzernpropaganda verbreiteten Illusionen, in denen Worte oft durch Musik und Bilder ersetzt werden, ist undurchdringlich für die Wahrheit. Der Glaube an den Markt ersetzt für viele den Glauben an einen allgegenwärtigen Gott. Andersgläubige werden als Ketzer gebrandmarkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Konzernstaat hat nicht das Ziel, die Massen zu ernähren oder mit Kleidung und Wohnraum zu versorgen, sondern alle wirtschaftliche, soziale und politische Macht in die Hände der kleinen Konzerneliten zu bringen. Das Ziel ist, eine Welt zu erschaffen, in der Aufsichtsratsvorsitzende 900000 Dollar pro Stunde verdienen und Familien, in denen beide Elternteile zwei Jobs haben, ums Überleben kämpfen. Die Elite erreicht das Ziel, mehr und mehr Profit zu machen durch die Schwächung und den Abbau von Regierungsbehörden und die Übernahme oder Vernichtung öffentlicher Einrichtungen. Durch gekaufte Schulen, Söldnerarmeen, eine profitorientierte Gesundheitsversicherungsindustrie und das Auslagern jeglicher Art von Regierungsarbeit von Büroarbeiten bis hin zum Geheimdienst werden die Konzernbiester weiterhin auf unsere Kosten gemästet. Die Entmachtung der Gewerkschaften, die Mutation von Bildung zu stupider Berufsvorbereitung und die Beschneidung sozialer Dienstleistungen machen uns mehr und mehr zu Sklaven der Launen der Konzerne. Das Konzept des Gemeinwohls wird durch das Eindringen von Konzernen in den öffentlichen Raum zerstört. Es gibt keine Trennlinie mehr zwischen privaten und öffentlichen Interessen. So entsteht eine von bloßem Eigeninteresse definierte Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele von uns lassen sich von kindischem heiterem Geplauder verführen. Wer will schon hören, dass wir keineswegs in ein glückliches Paradies voller Konsum und Wohlstand für alle unterwegs sind, sondern in die Katastrophe steuern? Wer will sich schon einer Zukunft stellen, in der durch die Raub- und Habgier der Eliten, die es nicht geschafft haben, unseren Planeten zu schützen, weitverbreitet Anarchie, Hungersnöte, Umweltkatastrophen, Atomterrorismus und Kriege um schwindende Ressourcen drohen? Wer will den Mythos zerschlagen, dass sich die menschliche Spezies moralisch weiterentwickelt, weiterhin fröhlich nicht erneuerbare Rohstoffe ausbeuten kann und das hedonistische Konsumniveau aufrechterhalten kann, den Mythos, dass die Expansion des Kapitalismus ewig und endlos weitergehen wird?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aussterbende Zivilisationen haben Hoffnung, sogar absurde Hoffnung, lieber als die Wahrheit. So lässt sich das Leben leichter ertragen. So kann man sich von den bevorstehenden harten Entscheidungen abwenden und in der tröstlichen Gewissheit schwelgen, dass Gott oder die Wissenschaft oder der Markt die Rettung bringen werden. Deshalb finden die Verteidiger der Globalisierung immer noch Anhänger. Und ihre Propagandamaschinerie hat ein riesiges potemkinsches Dorf zu unserer Unterhaltung aufgebaut. Die dreißig oder vierzig Millionen verarmter Amerikaner, deren Leben und deren Mühen es nur selten ins Fernsehen schaffen, bleiben unsichtbar, genau wie Milliarden armer Menschen weltweit, die in stinkenden Slums zusammengepfercht sind. Wir sehen die Menschen nicht, die sterben, weil sie kontaminiertes Wasser trinken oder sich keine medizinische Versorgung leisten können. Wir sehen die Menschen nicht, deren Häuser zwangsversteigert werden. Wir sehen die Kinder nicht, die hungrig ins Bett gehen. Wir beschäftigen uns mit dem Absurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Spiel ist vorbei. Wir haben verloren. Der Konzernstaat wird unerbittlich weitermachen, bis zwei Drittel der Bevölkerung des Landes und der ganzen Welt permanent in einer verzweifelten und ausweglosen Unterschicht leben müssen. Die meisten von uns werden um ihren Lebensunterhalt kämpfen, während die Blankfeins und politischen Eliten in Dekadenz und Gier wie einst in der Verbotenen Stadt und Versailles schwelgen. Diese Eliten haben keine Vision. Sie kennen nur ein Wort: mehr. Sie werden die Nation, die Weltwirtschaft und die Ökosysteme weiter ausbeuten. Sie werden ihr Geld nutzen, um sich in eingezäunten Wohnanlagen zu verstecken, wenn alles zusammenbricht. Wir dürfen nicht erwarten, dass sie sich um uns kümmern, wenn die Auflösung beginnt. Wir werden uns um uns selbst kümmern müssen. Wir werden schleunigst kleine, klosterähnliche Gemeinschaften gründen müssen, in denen wir uns selbst versorgen und ernähren können. Es wird an uns liegen, die intellektuellen, moralischen und kulturellen Werte zu bewahren, die der Konzernstaat auszulöschen versuchte. Entweder das, oder wir werden zu Drohnen und Sklaven in einer weltweiten konzerngesteuerten Dystopie. Das sind nicht viele Wahlmöglichkeiten. Aber immerhin besteht noch eine.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/chris_hedges&quot;&gt;Chris Hedges&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/96/chris-hedges-revolution-in-america.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/96/chris-hedges-revolution-in-america.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Chris Hedges&amp;#039;s Endgame Strategy&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Warum Großbritannien jetzt die Hilfe der Internationalen Brigaden benötigt</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/brigade&quot;&gt;brigade&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/united_kingdom&quot;&gt;United Kingdom&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;6 Okt 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_98_brigades.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;John Kolesidis / Reuters&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Überall in Europa sehen sich heute Jugendliche, Arbeiter, Arbeitslose, Rentner, Migranten und Familien mit der gleichen düsteren Armee von Sparmaßnahmen, kapitalistischen Repressalien und Polizeigewalt konfrontiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem historischen Augenblick sitzen die Angehörigen der europäischen Mittel- und Unterschicht wirklich ?alle im gleichen Boot? (?we?re all in this together?, wie der britische Premierminister nicht müde wird, zu betonen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unser gemeinsamer Feind ist schon seit einiger Zeit leicht auszumachen. Allerdings hat sich seine Gestalt im Laufe der Jahre verändert, als habe er eine gewissermaßen revolutionäre Transformation durchlaufen, die seinem Körper eine Präsenz verleiht, die allgegenwärtig und unendlich vervielfältigbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Finanzkapitalismus ist überall, von den Pensionskassen bis zur Eigenheimhypothek. Multinationale Konzerne haben ihre Tentakel in jeden Bereich des menschlichen Lebens vorgestreckt, vom Gefängnissystem bis zur Babynahrung. Der Sicherheitsapparat ist inzwischen weit mehr als nur das leere Streben nach dem Panoptikum, er hat eine reale Präsenz in jedem Winkel der physischen, digitalen und kulturellen Welt entwickelt. Die Arroganz des Staates hat die Auslöschung des Sozialsystems mit der epidemischen Ausbreitung der Gedankenkontrolle und der sozialen Säuberung vereint. Die Verantwortungslosigkeit globaler Industrieunternehmen hat zu einer Verseuchung aller Bereiche der Biosphäre geführt, vom Wasser im Nigerdelta bis zur Luft in Peking.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und auch wenn wir alle im gleichen Kampf gegen den totalitären Kapitalismus begriffen sind, so hat sich doch in diesem Szenario die Anzahl der Schlachtfelder, auf denen unsere Kampfkraft benötigt wird, drastisch vergrößert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um bei der militärischen Metapher zu bleiben: Unsere - wenn auch zahlreichen - Truppen sind im Augenblick überlastet, sie laufen hinter Geistern und ungreifbaren Trugbildern des Feindes her.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Athen, Rom, Paris, Madrid, Lissabon, London und selbst Tunis und Kairo. Wie ist es möglich, eine erfolgversprechende Strategie zu entwickeln, wenn wir an so vielen Orten zur gleichen Zeit kämpfen müssen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gehen wir einmal zurück an einen Zeitpunkt, der, obwohl er ein gutes Stück in der Vergangenheit liegt, viele Parallelen zu unserer augenblicklichen Situation aufweist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahre 1936 sah sich ganz Europa mit einem einzelnen, äußerst bedrohlichen Feind konfrontiert: dem totalitären Faschismus. Viele Länder waren ihm bereits zum Opfer gefallen und viele weitere würden noch folgen. Italien befand sich seit beinahe einem Jahrzehnt unter faschistischer Herrschaft, Portugal seit exakt zehn Jahren, Deutschland war nur drei Jahre zuvor von den Nazis übernommen worden und Länder wie Großbritannien spielten intensiv mit dem Gedanken, sich auf eine ähnliche Regimeform zuzubewegen. In jenem Jahr vollzog General Francisco Franco seinen Angriff auf die Spanische Republik, wobei er sich rasch die Unterstützung Italiens und Deutschlands sicherte und der Faschismus einem weiteren europäischen Staat drohte. Auch wenn die europäische Zivilbevölkerung an vielen verschiedenen Orten dem gleichen Feind gegenüberstand, so war es doch eindeutig, dass Spanien sich als dringlichster Kampfschauplatz anbot.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie diesen einen spezifischen Kampf als Herzstück des größeren Geschehens ermittelt hatten, konnten sich Tausende antifaschistischer Kämpfer, die in ihren Heimatländern machtlos waren, zusammenschließen und ihre gemeinsame Energie einem besseren Ziel zuführen als einsamer Frustration oder selbstmörderischem Heldentum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt entschieden sie sich dafür, dieses gemeinsame Unterfangen in Anlehnung an die Kommunistische Internationale ?Internationale Brigaden? zu nennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was können wir heutzutage aus dieser historischen Lektion lernen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun, zuallererst natürlich, dass kämpferische Bemühungen, selbst wenn sie einer gerechten Sache dienen, nicht zwangsläufig siegreich enden. Wir müssen uns ins Gedächtnis rufen, dass der Krieg gegen den Faschismus nicht von den internationalen Solidaritätsgruppen gewonnen wurde, sondern von einem Bündnis militarisierter Nationalstaaten ? die de facto Europa nach dem Krieg in einen von Staaten kontrollierten kapitalistischen Kontinent verwandelten, nicht etwa in den anarchistisch-sozialistischen Traum der antifaschistischen Partisanen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am wichtigsten jedoch ist, dass wir das Beispiel des Spanischen Bürgerkriegs als Memento dafür nehmen, dass es in gewissen historischen Momenten notwendig ist, einen gemeinsamen Kampfschauplatz zu finden, an dem die Kräfte aus allen Ländern sich vereinigen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo könnten sich die heutigen Internationalen Brigaden in ihrem Kampf gegen die Sparmaßnahmen, den Kapitalismus und den Totalitarismus versammeln?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie in den 1930ern scheinen wir eine größere Auswahl zu haben, als uns lieb ist. Manche würden sagen, dass Griechenland sich anbietet, der erste EU-Staat, der offiziell der Dritten Welt beitreten wird. Da dort bereits Hunderte von anarchistischen Gruppierungen und unzählige soziale Bewegungen und Organisationen vorhanden sind, könnte Griechenland ein guter Ort zu sein, um alle Bemühungen zusammenzuschließen. Andere würden sagen, Italien sei prädestiniert ? ein Land, in dem eine korrupte, plutokratische Regierung nun endlich unter dem Gewicht der Finanzkrise zusammenbricht, während es täglich zu neuen, stärker werdenden Studenten- und Migrantenunruhen kommt. In Italien gibt es eine geschichtlich starke Tradition von Widerstandsbewegungen sowie eine weitverbreitete Kultur des Anarchismus, besonders in den südlichen Regionen. Andere wiederum würden vielleicht sogar Monaco als Schauplatz einbringen. Das Fürstentum ist eine der wohl berühmtesten Ikonen des internationalen Kapitalismus. Es handelt sich um ein winziges Land, nachgerade ohne eigene Armee und mit gewaltiger kultureller Konnotation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Liste, die noch viele weitere Schauplätze umfasst, würde ich gerne Großbritannien hinzufügen. Ungleich den anderen Beispielen zeichnet sich das heutige Großbritannien nicht durch Potential für einen Sieg, sondern durch die absehbare Gefahr einer erschütternden Niederlage aus. Nach den Aufständen in den letzten Wochen hat sich die Regierung bemüht, so schnell wie möglich eine Reihe von Sozial- und Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, die dieses Land in Gefahr bringen, sich auf eine dystopische Version des Viktorianischen Zeitalters zuzubewegen. Die Randalierer sollen, so Cameron, die volle Macht des Gesetzes zu spüren bekommen. So wurde etwa ein 23-Jähriger für den Diebstahl von zwei Flaschen Wasser zu sechs Monaten im Gefängnis verurteilt, ein 18-Jähriger erhielt eine Gefängnisstrafe über 6 Wochen dafür, dass er zu einem Polizisten gesagt hatte: ?Ich würde dich plattmachen, wenn du deine Uniform ausziehen würdest? und zwei junge Männer, die über ihre Facebook-Seite versucht hatten, zu Krawallen aufzurufen, erhielten eine Haftstrafe von je vier Jahren. Und es geht so weiter, die gesamte Liste umfasst mehr als 2300 Festnahmen. Die Familien der Festgenommenen verlieren jegliche Sozialleistungen von der Regierung (wenn sie diese beziehen) und die Räumungsbefehle für ihre Sozialwohnungen wurden bereits verschickt. Cameron hat sich deutlich dafür ausgesprochen, dass die Regierung gegen die Brutherde solcher Revolten ? die ärmsten Bezirke des Landes - sicherheitstechnisch und sozial ?zurückschlägt? und hat sich bereits an den amerikanischen ?Supercop? Bill Bratton gewandt, um eine generelle ?Null-Toleranz?-Politik überall im Land einzuführen. Und all dies während die Londoner City immer noch die Hauptschlagader des globalen Finanzsystems ist und Legionen von Bankern und Spekulanten beherbergt, die so emsig wie eh und je damit beschäftigt sind, die Weltwirtschaft und das Ökosystem auszuplündern und zu zerstören.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die schleichende Militarisierung des Vereinigten Königreichs, die stetig strengeren Einwanderungsgesetze, die erbarmungslose soziale Säuberung der unteren Klassen durch Regierungsverordnungen und die Gentrifizierung in den Städten und die beispiellosen Angriffe auf das Bildungs- und Gesundheitssystem in Verbindung mit den schamlos ausgenutzten Privilegien der Oberschicht und der globalen Konzerne lassen keine Frage darüber offen, dass Großbritannien der Laborversuch für das post-krisenhafte Europa von Morgen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Großbritannien ist nicht Griechenland, es ist ein gesittetes, normales Erstweltland. Sollte das totalitäre kapitalistische Projekt in Großbritannien erfolgreich sein, dann bietet dies dem Rest von Europa eine ?funktionierende? Vorlage, die bald zu sogar noch härteren Maßnahmen in allen EU-Mitgliedsstaaten und Kandidatenstaaten führen wird. Eine Niederlage in Großbritannien wäre ein höchst gefährlicher Schritt hin zu einer Niederlage auf dem gesamten Kontinent. Aus diesem Grund glaube ich, dass das Vereinigte Königreich unser Land der Wahl für einen gemeinsamen, internationalen Kampf sein sollte. So wie Spanien in den 1930ern, so sollte das Vereinigte Königreich heutzutage das Ziel der neuen Internationalen Brigaden sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie könnten Internationale Brigaden heutzutage in einer Situation nicht-militärischer, ziviler Aufstände funktionieren? Ich glaube, dass die Kampfpraxis heute anstatt im bewaffneten Kampf heute eher in präfigurativer Politik bestehen sollte, in der augenblicklichen Implementierung von Lebensmodellen, die utopisch erscheinen. Natürlich ist die Relevanz solcher Versuche postkapitalistischen Lebens proportional zu ihrer Verbreitung und der Größenordnung zu sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dank dem Schengener Abkommen der Freizügigkeit in der EU und der Verfügbarkeit von günstigen Transportmitteln, sind heute EU-interne Migrationen in einer Größenordnung wie niemals zuvor vorstellbar. So könnte beispielsweise buchstäblich jeder einzelne arbeitslose Jugendliche schnell und günstig auf unbestimmte Zeit ins Vereinigte Königreich ziehen. Das Vereinigte Königreich wäre innerhalb kürzester Zeit von Massen von Aktivisten überschwemmt, die wenig zu verlieren und ?eine Welt zu gewinnen? haben. Bedenkt man, dass die Jugendarbeitslosenquote in den meisten europäischen Ländern bei etwa 20 % liegt, so sprechen wir hier über wirklich riesige Zahlen. Sobald sie in Großbritannien sind, könnte diese neue Welle politischer Immigranten ? alias Neue Internationale Brigaden ? zahllose regionale Projekte in jedem Bezirk des Landes ins Leben rufen. Die Vororte von London, Manchester, Liverpool, Glasgow, Bristol, Brighton und vielen weiteren britischen Städten bieten eine Menge Möglichkeiten für regionale Direkte Aktionen. Bei dieser Anzahl von Menschen könnte es zu einem drastischen Anstieg von Hausbesetzungen kommen, wodurch sich in den meisten Städten soziale Zentren bilden könnten und überall auf der Insel ein kooperatives Netzwerk entstünde. Außerdem würde die Begegnung mit gleichgesinnten Aktivisten ? über einen längeren Zeitraum als bei den kurzen Zusammenkünften der Gipfelgegner ? zur Entwicklung neuer Kampf- und Lebensmodelle führen, zur Vermischung (mestizaje) von Ideen, Praktiken und Lösungen und zur Erschaffung einer wirklichen Graswurzel-Alternative zu augenblicklichen Strukturen des Wirtschafts- und Soziallebens. Arbeitslose Jugendliche Europas, schaut Euch um! Was habt Ihr zu verlieren? Ein eintöniges Leben? Frustration? Machtlosigkeit? Ausbeutung? Unterdrückung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rentenempfänger Europas, wie steht es um Eure Situation? Ihr seid die letzten, die noch eine Pension erhalten werden und die bei guter Gesundheit freie Zeit zur Verfügung haben. Was werdet Ihr mit der euch verbleibenden Zeit machen? Fernsehen? An die guten alten Zeiten zurückdenken, als Ihr noch für etwas gekämpft habt? Alles für Euer Ableben vorbereiten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Menschen im Vereinigten Königreich, die Immigranten wie die Untertanen Ihrer Majestät, brauchen heute Eure Hilfe! Kommt zu Tausenden, überflutet dieses Land! Lasst uns ihren blutleeren Traum von der Unterdrückung in das blühende, wachsende Erlebnis unseres befreiten Daseins verwandeln! Lasst es uns zusammen angehen, gemeinsam können wir dieses Land der überwachten Bürger in ein Land verwandeln, in dem alle Fremde sind, in dem jeder daheim ist. Die Zeit läuft und wir müssen schnell handeln. Die Truppen des totalitären Kapitalismus mit ihren Generälen bei Scotland Yard, in der City, in Downing Street, sind rapide dabei, sich zu reorganisieren. Wenn wir nicht bald handeln, riskieren wir, diesen Kampf für immer zu verlieren. Kommt zu Tausenden! Verbreitet euch überall! Wir können Sie überraschen! Denkt an das, was Sun Tzu sagte: ?Erscheine an Orten, zu deren Verteidigung der Feind erst herbeieilen muss; marschiere rasch zu den Orten, an denen du nicht erwartet wirst.?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/federico_campagna&quot;&gt;Federico Campagna&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/98/brigades.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/98/brigades.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Brigades!&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul class=&quot;links inline&quot;&gt;&lt;li class=&quot;translation_el first&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/el/translation/taxiarhies&quot; title=&quot;Ταξιαρχίες!&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;el&quot;&gt;Ελληνικά&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
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 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Die Heilige Scheiße</title>
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&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Ein Mensch sollte nur einen halben Meter, oder zwei Fuß, unter der Oberfläche begraben werden. Dann sollte dort ein Baum gepflanzt werden. Er sollte in einem Sarg der sich zersetzt beerdigt werden, so dass, wenn du einen Baum oben drauf pflanzt, der Baum etwas von seiner Substanz nehmen wird und es in Baum-Substanz umwandeln wird. Wenn du das Grab besuchst, dann besuchst du keinen toten Mann, du besuchst ein lebendes Wesen, das nur in einen Baum transformiert wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du sagst, &quot;Dies ist mein Großvater, der Baum wächst gut, fantastisch.&quot; Du kannst einen schönen Wald entwickeln, der schöner sein wird als ein normaler Wald, weil die Bäume ihre Wurzeln in Gräbern haben. Es wird ein Park sein, ein Platz für Spaß, ein Platz zum Leben, sogar ein Platz zum Jagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es hat Millionen Jahre gebraucht bis die Vegetation den Schlamm und die giftigen Substanzen mit einer Schicht Humus bedeckten, einer Schicht Vegetation und eine Schicht Sauerstoff, so dass Menschen auf der Erde leben können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und nun bringen die undankbaren Menschen den Schlamm und die giftigen Substanzen – welche durch langwierige kosmische Anstrengungen bedeckt worden waren – zurück an die Oberfläche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf diese Weise wird, durch die Missetaten der unverantwortlichen menschlichen Rasse, das Ende der Welt der Anfang aller Zeit. Wir begehen Selbstmord. Unsere Städte sind Karzinome. Wir essen nicht was in unserer Nähe wächst – wir importieren Essen von weither, aus Afrika, Amerika, China und Neuseeland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir behalten unsere Scheiße nicht. Und Müll, unser Abfall wird weit weg gespült. Wir vergiften Flüsse, Seen und Ozeane damit, oder wir transportieren ihn zu komplizierten und teuren Reinigungsanlagen, oder - seltener - in zentrale Kompostierungsanlagen. In anderen Fällen wird unser Abfall zerstört. Die Scheiße kehrt nie auf unsere Felder zurück, und sie kehrt auch nicht dorthin zurück, wo unser Essen her kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Zyklus durch den Essen Scheiße wird funktioniert.Der Zyklus durch den Scheiße Essen wird ist kaputt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wann immer wir unsere Toilettenspülung betätigen, mit der Überzeugung, dass wir einen Akt der Hygiene vollziehen, brechen wir kosmische Gesetze, weil es in Wirklichkeit eine gottlose Handlung ist, eine frevlerische Geste der Todes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir zur Toilette gehen, sie von innen abschließen und unsere Scheiße wegspülen, versuchen wir etwas zu beenden. Wofür schämen wir uns? Wovor fürchten wir uns? Wir verdrängen, was mit unserer Scheiße passiert, genauso wie wir den Tod verdrängen. Das Loch in der Toilette erscheint uns wie das Tor zum Tod; wir versuchen so schnell wie möglich von dort weg zu kommen, so schnell wie möglich das Verrotten und den Verfall zu vergessen. Obwohl es doch genau umgekehrt ist! Es ist die Scheiße, mit der das Leben beginnt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/friedensreich_hundertwasser&quot;&gt;Friedensreich Hundertwasser&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/94/holy-shit.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/94/holy-shit.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;The Holy Shit&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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 <title>Ökologie des Verstands</title>
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&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Über tausende von Generationen hinweg wuchsen wir Menschen in der Natur auf. Unsere Lehrmeister waren Flora und Fauna, unsere Lehrbücher Gewitter und Sterne am Nachthimmel. Unsere geistigen Landschaften waren wie Wälder, Oasen und Deltas, um die herum chaotisch, wild und fruchtbar unsere Kulturen keimten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den letzten Generationen haben wir jedoch fast alle den Bezug zur natürlichen Welt verloren und sind in virtuelle Reiche abgetaucht. Heute konkurriert unser künstliches Umfeld mit der Natur um die Rolle als Antriebskraft in unserem Leben, und unser geistiges Umfeld ist jetzt das Gebiet, auf dem sich unser menschliches Schicksal entscheiden wird. Durch das Auswandern aus einem natürlichen Umfeld haben wir nicht nur unseren Wohnsitz verlagert, sondern auch den Kontext, in dem wir leben, grundlegend verändert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesem Übergang in ein neues geistiges Umfeld geht ein exponentieller Anstieg mentaler Erkrankungen einher. Weltweit gesehen leidet die Menschheit nun an einer Epidemie von unkontrollierbaren Ängsten, Stimmungsschwankungen und Depressionen. Die Vereinten Nationen sagen voraus, dass es bereits im Jahre 2020 mehr psychische Erkrankungen als Herzerkrankungen geben wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was passiert da? Warum brechen wir mental zusammen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fragt man Psychologen, was genau die psychopathologischen Symptome der menschlichen Spezies generell verstärkt, werden sie einige Dinge auflisten: Zusammenbruch der Gemeinschaft, Unsicherheit betreffs sozialer Rollen, der Stress der Moderne und der Globalisierung und vielleicht sogar Chemikalien in Luft, Wasser und Nahrungsmitteln, die unsere Gehirne in bisher unbekannter Weise beeinflussen. Andere machen die tausenden von aggressiven, erotisch aufgeladenen Werbebotschaften, die unser Gehirn täglich aufnehmen muss, zum Sündenbock. Wieder andere sagen, dass exzessive Internetnutzung zu Suchtverhalten und Depression führt und dass die digitale Revolution möglicherweise unsere Gehirnstrukturen auf ungesunde Weise neu vernetzt. Niemand ist sich sicher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es ist spannend, zu raten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der folgende Text stellt nur einen Anfang dar, eine kleine Einführung in einige der geistigen Schadstoffe, Informationsviren und psychischen Schockerlebnisse, mit denen wir täglich konfrontiert werden ? ein Überblick über die Bedrohungen für unsere ?geistige Ökologie?.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für zahllose Generationen bestanden Umgebungsgeräusche aus Regen, Wind oder Unterhaltungen anderer. Jetzt deckt die Begleitmusik das ganze Tonspektrum ab und ist nicht mehr entwirrbar. Vom monotonen Getöse des Verkehrs bis zum Dröhnen des Kühlschranks und dem Summen des Monitors sickern kontinuierlich verschiedene Arten von Lärm (blaues, weißes, rosa und schwarzes Rauschen) in unsere Gehirne. Und die Lautstärke wird ständig weiter aufgedreht. Zwei oder vielleicht sogar drei Generationen sind bereits süchtig nach Stimuli. Können ohne Hintergrundmusik nicht arbeiten. Ohne Kopfhörer nicht joggen. Ohne iPhone unter dem Kopfkissen nicht einschlafen. Das Wesen unserer postmodernen Ära liegt wahrscheinlich in diesem unaufhörlichen Wirrwarr in unserem Gehirn begründet. Will man den Sinn der Welt jenseits des Getöses ergründen, ist das, wie wenn man neben einer Autobahn wohnt ? man gewöhnt sich daran, allerdings wird der Aufmerksamkeitspegel und das individuelle Wohlbefinden dadurch stark beeinträchtigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stille kommt uns heute seltsam vor und könnte aber genau das sein, was wir brauchen. Für geistige Gesundheit könnte Stille genauso wichtig sein wie saubere Luft und Wasser für einen gesunden Körper. In einer sauberen, ruhigeren geistigen Umgebung werden wir uns beruhigen und Depressionen können sich lösen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom Moment an, an dem der Wecker am Morgen klingelt bis in die späten Stunden mit dem Nachtprogramm im Fernsehen wird unser Gehirn mit ungefähr 3000 Werbebotschaften am Tag malträtiert. Jeden Tag ergießen sich geschätzt 12 Milliarden gedruckte Werbeanzeigen, drei Millionen Radiowerbespots, mehr als 200000 Fernsehwerbespots und eine unübersehbare Anzahl von Onlinewerbebotschaften und Spam-Mails in unser kollektives Unterbewusstsein. Kommerzielle Werbung ist das größte psychologische Experiment, das je mit der Menschheit durchgeführt wurde. Ihre Auswirkungen auf uns bleiben trotzdem bisher unergründet und unbekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir das erste Mal ein verhungerndes Kind abends im Fernsehen sahen, waren wir entsetzt. Vielleicht haben wir Geld gespendet. Doch als diese Bilder immer normaler wurden, verschwand allmählich unsere Fähigkeit, Mitleid zu empfinden. Schließlich störten uns diese Bilder nur noch, widerten uns sogar an. Und wenn wir heute wieder ein verhungerndes Kind sehen, empfinden wir nichts mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein durchschnittlicher Nordamerikaner wird jede Stunde zur Hauptsendezeit im Fernsehen mit einem halben Dutzend gewalttätiger Akte (Morde, Schießereien, Autoverfolgungsjagden, Vergewaltigungen) konfrontiert. Wenn es um Sex in den Medien und Pornos im Internet geht, wissen wir alle, was unsere Aufmerksamkeit erregt und uns vom Umschalten abhält: Schmollmünder, kecke Brüste, knackige Hintern, die Lebhaftigkeit der Superjugend. Diese Sozialisierung in einem gewalttätigen, erotisch aufgeladenen medialen Umfeld verändert unsere Psyche grundlegend. Durch sie wird unser Sexualempfinden verdreht ? z.B. was man fühlt, wenn einem jemand plötzlich die Hand auf die Schulter legt oder einen umarmt oder mit einem flirtet ? und sie ändert auch, wie wir über uns selbst als sexuelle Wesen denken. Dieser nicht enden wollende Strom an kommerziellen, mit Gewalt und Pseudo-Sex vollgestopften Drehbüchern macht uns immer voyeuristischer, unersättlich und aggressiv. Irgendwann schockt uns dann gar nichts mehr, und sei es Vergewaltigung, Folter, Völkermord und Kriegspornographie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Werbemedien sind für die geistige Umwelt, was Fabriken für die körperliche Umwelt sind. Fabriken verschmutzen Wasser und Luft, weil sie so auf effizientestem Wege Plastik, Zellstoff oder Stahl herstellen können. Ein Fernsehsender oder eine Internetseite verschmutzen das kulturelle Umfeld, weil sie so auf effizientestem Wege Einschaltquoten oder Klicks produzieren. Verschmutzung zahlt sich aus. Realer Negativausfall entsteht lediglich durch die Produktionskosten für die Show.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir konsumieren immer flachere und homogenere Nachrichten. Sie werden produziert, um Millionen Menschen zu erreichen, und deshalb fehlt es ihnen oft an Zwischentönen, Komplexität und Inhalt. Wir lesen alle die gleichen Fakten auf &lt;em&gt;Wikipedia&lt;/em&gt; und schauen die gleichen Hitvideos auf &lt;em&gt;YouTube&lt;/em&gt; ? so verflacht unsere Kultur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese kulturelle Homogenisierung hat schwerwiegendere Auswirkungen als die andauernde Vermarktung der immer gleichen Frisuren, Slogans, Actionheldpossen und Videoclips in der ganzen Welt. In jedem System ist Homogenisierung Gift. Ein Mangel an Vielfalt führt zu Leistungsschwäche und Misserfolg. Für unser langfristiges Überleben ist Informationsvielfalt genauso wichtig wie Artenvielfalt. Beide sind Fundamente menschlicher Existenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anfangs war all diese Information noch angenehm. Man kam sich vor, als sei jegliches Wissen nur einen Hyperlink weit weg. Munter hüpften wir den Pfad der Informationen entlang, schrieben E-Mails an unsere Freunde, setzten Lesezeichen und surften bis spät in der Nacht von Seite zu Seite. Als jedoch der anfängliche Zauber verflogen war, blieben wir in einer Art digitaler Betäubung zurück: unkonzentriert, benebelt, unruhig und übermüdet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was als amüsantes Herumspielen begann, ist nun für viele Menschen ein täglicher Zwang. Durch unsere Smartphones, Netbooks und Computer sind wir andauernd online. Wir schreiben SMS an unsere Freunde und empfangen Twitter-Updates, egal ob wir in der Schlange im Supermarkt stehen, abends spazieren gehen, ein Buch lesen oder sogar im Konzert sitzen. Wir ertrinken in dieser endlosen Flut der Konnektivität. Die Generationen der Zukunft werden wahrscheinlich noch vernetzter sein. Eine Studie des ?Pew Research Center? ergab, dass amerikanische Teenager 50 oder mehr SMS am Tag schreiben, ein Drittel von ihnen sogar mehr als 100 täglich. Eine zweite Studie der ?Kaiser Family Foundation? führte zu der Erkenntnis, dass amerikanische Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren durchschnittlich 7 ? Stunden täglich irgendein technisches Hilfsmittel nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Onlineexistenz beeinträchtigt wahrscheinlich nun unsere Fähigkeit, einen längeren Gedankengang zu entwickeln, fundiert über etwas nachzudenken und verhindert es vielleicht sogar, dass wir kreative ?ekstatische Höhen oder tragische Tiefpunkte? erreichen. Vielleicht leiden wir an der Informationskrankheit, wie sie Nicolas Carr zuerst bei sich selbst diagnostiziert hat. Er schreibt: ?In den letzten Jahren hatte ich das unangenehme Gefühl, dass etwas oder jemand an meinem Gehirn herumgepfuscht hat und dabei die Nervenkreisläufe neu angeordnet hat und Erinnerungen umprogrammiert hat? das Netz scheint meine Fähigkeit zur Konzentration und Kontemplation auszulöschen. Mein Verstand möchte nun Information so aufnehmen, wie sie im Netz verbreitet wird: in einem schnellen Strom von Informationspartikeln. Früher war ich Tiefseetaucher im Wörtermeer. Jetzt flitze ich auf der Oberfläche herum, wie ein Typ auf einem Jetski.?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Wettbewerb um wirtschaftliches Wachstum haben wir Ölreserven ausgebeutet, uralte Wälder zu Zellstoff verarbeitet und so lange Wasser gepumpt, bis die Brunnen ausgetrocknet sind. Jetzt beuten wir ?alte gewachsene Kultur? aus ? und saugen die uns von vorhergehenden Generationen hinterlassene Geschichte, Mythologie, Musik, Kunst und Ideen aus. Unsere komplette Vergangenheit wird wie Leichen gefleddert, wieder aufbereitet, neu abgemischt, wieder hochgewürgt, ausgespuckt und neu bestimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jaron Lanier, geistiger Vater der ?virtuellen Realität?, ist wohl der respektabelste und freimütigste Technologe, der ein beunruhigendes Defizit in unserer kulturellen Gesundheit erkennt. In seinem Buch &lt;em&gt;You Are Not a Gadget: A Manifesto&lt;/em&gt;, schreibt Lanier, dass unsere Kultur mittlerweile eine des nostalgischen Neu-Mischens ist, in der authentische ?Äußerungen ersten Ranges? in ihre Einzelteile zerlegt werden und anschließend zu einem Ableger, einer ?Äußerung zweiten Ranges? verarbeitet werden. Obwohl Lanier keine konkreten Kriterien angibt, wie beide zu unterscheiden sind, sagt er doch, dass eine Äußerung ersten Ranges dadurch ausgemacht wird, dass sie ?etwas wirklich Neues zu unserer Welt beiträgt? ? während Ableger Ideen erneut aufgreifen, wiederholen und innovationslos sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die unser kulturelles Erbe wie eine Ressource zur Ausbeutung betrachtet. Anstatt neue, ehrliche Kunstwerke zu produzieren, die unsere geistige Umwelt bereichern würden, bejubeln wir den Amateur, dessen Ideencollagen vielleicht erheiternd sind, aber nichts Wertvolles zur kulturellen Kommunikation beitragen. Das beunruhigt besonders, wenn man bedenkt, dass ? so wie Boden nur eine begrenzte Menge an Nährstoffen hat ? die Vergangenheit nur eine begrenzte Menge Kreativität zur Verfügung stellen kann. Wirklich große Kunst gibt es selten, und es kann nur eine begrenzte Anzahl Collagen geben, bevor sich die ursprüngliche Kraft eines wahren Kunstwerks erschöpft hat. Ohne selbst authentische Kultur hervorzubringen, verkommt unsere geistige Umwelt zu einer kahlgerodeten, überbeanspruchten, ausgebeuteten Einöde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um es mit Lanier zu sagen: ?Wir befinden uns in einer Situation, in der die Kultur mehr oder weniger ihren eigenen Vorrat an Saatgut auffrisst.?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir stehen am Rande einer synergetischen Katastrophe. Der finanzielle, ökologische und ethische Kollaps zeichnet sich ab, während die Zahl psychischer Erkrankungen kontinuierlich weiter steigt. Die Welt ist buchstäblich verrückt geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch langsam kann man leise Anzeichen für ein Aufbegehren wahrnehmen, da immer mehr Leute ihre Ängste, Stimmungsstörungen und Depressionen auf die Gifte in unserer geistigen Umwelt zurückführen. Geschwärzte Werbeplakate, wegweisende Entschleunigungsversuche, revolutionäre Provokationen in scheiternden Staaten ? wir erleben gerade die Geburtswehen des wichtigsten Aufbegehrens im 21. Jahrhundert. Eine Radikalisierung unserer Seele wird folgen, ebenso wie ein Aufstand gegen die Produktion lügnerischer Wirtschafts- und Werbebotschaften. Was hier und heute beginnt, wird als die Bewegung für geistigen Umweltschutz bekannt werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/kalle_lasn&quot;&gt;Kalle Lasn&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/micah_white&quot;&gt;Micah White&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/90/ecology-mind.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/90/ecology-mind.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Ecology of the Mind&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin</dc:creator>
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 <title>Eine Einordnung von „Occupy“</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/occupywallst&quot;&gt;#OCCUPYWALLST&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/tactics&quot;&gt;tactics&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;2 Dez 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_99_splash_Graeber.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Thomas Good / Next Left Notes&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p class=&quot;smallcaps xxlarge&quot;&gt;&lt;strong&gt;Der wahrscheinlich größte noch lebende Philosoph Immanuel Wallerstein behauptet, dass alle großen Revolutionen seit 1789 tatsächlich Weltrevolutionen waren.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Französische Revolution hat vordergründig nur in einem Land stattgefunden, hat aber in Wirklichkeit die gesamte nordatlantische Welt so tiefgreifend verändert, dass gerade einmal 20 Jahre später Ideen, die vorher als verrückt und grenzwertig galten???dass sozialer Wandel gut ist, dass Regierungen den sozialen Wandel bewältigen sollen, dass Regierungen ihre Legimitation aus einer Einheit namens &quot;Volk&quot; beziehen ? so tief im Gemeinsinn verwurzelt waren, dass selbst der schwerfälligste Konservative Lippenbekenntnisse dazu ablegen musste. 1848 brachen beinahe gleichzeitig Revolutionen in 50 verschiedenen Ländern aus, von der Walachei bis nach Brasilien. In keinem Land übernahmen die Revolutionäre die Macht, jedoch entstanden hinterher fast überall von der Französischen Revolution inspirierte Institutionen???z.B. allgemein zugängliche Bildungssysteme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Muster tauchte im 20. Jahrhundert erneut auf. Die &quot;zehn Tage, die die Welt erschütterten&quot; 1917 fanden in Russland statt, und dort gelang es Revolutionären, die Macht im Staat zu übernehmen. Was Wallerstein als die &quot;Weltrevolution 1968&quot; bezeichnet, war jedoch mehr als 1848: die Welle breitete sich von China über die damalige Tschecheslowakei nach Frankreich und Mexiko aus, nirgendwo wurde die Macht übernommen, aber trotzdem begann ein tiefgehendes Umdenken im Hinblick darauf, was eine Revolution bedeuten könnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch war diese Sequenz im 20. Jahrhundert neuartig, da 1968 die Errungenschaften von 1917 nicht festigte???de facto war 1968 der erste wichtige Schritt in die andere Richtung. Die russische Revolution bedeutete selbstverständlich die ultimative Verherrlichung des jakobinischen Ideals der Veränderung der Gesellschaft von oben her. Die Weltrevolution von 1968 war im Geiste anarchistischer. Das ist ein seltsamer Widerspruch, da Anarchismus in den späten 60er Jahren als soziale Massenbewegung größtenteils verschwunden war. Dennoch durchdrang sein Geist alles: die Revolte gegen bürokratischen Systemzwang, die Ablehnung von Parteipolitik, das Engagement für die Schaffung einer neuen, befreienden Kultur, die echte individuelle Selbstverwirklichung ermöglichen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wichtigste und nachhaltigste Vermächtnis der Weltrevolution 1968 war der moderne Feminismus. Nur durch die vom radikalen Feminismus eingeführten Richtlinien und sensiblen Ideen wie die hierarchiefreien bewusstseinserweckenden Diskussionszirkel, die Entwicklung eines Prozesses zur Konsensfindung, die Wichtigkeit der Abschaffung jeglicher Form von Ungleichheit, egal wie tief sie im Alltag verwurzelt war, konnte der Anarchismus als soziale Bewegung erneut Form annehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den letzten Jahren haben wir eine Art Abfolge kleiner 68er Revolutionen erlebt. Die Aufstände gegen sozialistische Staaten, angefangen auf dem Platz des Himmlischen Friedens bis hin zum Höhepunkt des Zusammenbruchs des Sowjetreiches, begannen so, obwohl sie rasch umgelenkt wurden und in einer kapitalistischen Rückgewinnung des Geistes der 60er-Rebellionen gipfelten, die heute als &quot;Neoliberalismus&quot; bekannt ist. Nachdem die Weltrevolution der mexikanischen Zapatisten ? genannt der vierte Weltkrieg ? 1994 begonnen hatte, kam es in einer solchen Dichte und Schnelligkeit zu kleinen 1968s, dass sich der Prozess beinahe institutionalisiert zu haben schien. Seattle, Genua, Cancun, Québec, Hong Kong ... Und er wurde in der Tat durch von den Zapatisten mitbegründete Netzwerke institutionalisiert, auf Basis einer Art Mini-Anarchismus, beruhend auf den Prinzipien der dezentralen direkten Demokratie und des unmittelbaren Handelns. Die Aussicht auf eine echte globale Demokratiebewegung scheint vor allem die US-Behörden nun so in Angst versetzt zu haben, dass sie in einen richtigen Panikmodus verfielen. Natürlich gibt es ein traditionelles Gegenmittel bei einer Bedrohung durch Massenmobilisierung von unten. Man fängt einen Krieg an, egal gegen wen. Es geht nur darum, einen möglichst umfassenden Krieg zu führen. In diesem Falle hatte die US-Regierung den außergewöhnlichen Vorteil eines triftigen Grundes ? ein Gesindel bisher wirkungsloser Islamisten vom rechten Flügel, die, einmalig in der Geschichte, einen wilden, ambitionierten Terrorplan ausgeheckt hatte und ihn tatsächlich ausgeführt hatte. Anstatt nun einfach die Verantwortlichen aufzuspüren, begannen die USA, Waffen im Wert von Milliarden auf alles Erdenkliche zu werfen. Zehn Jahre später scheint die daraus folgende Verkrampfung wegen der imperialen Überansprüche die Basis des amerikanischen Imperiums untergraben zu haben. Jetzt erleben wir den Prozess des Zusammenbruchs dieses Imperiums.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So ergibt es Sinn, dass die Weltrevolution 2011 als Rebellion gegen Satellitenstaaten der USA begann, so wie die Revolution, die die Sowjetmacht zu Fall bringen sollte, in Staaten wie Polen und der Tschecheslowakei ihren Anfang nahm. Die Welle der Rebellion in Nordafrika schwappte bald über das Mittelmeer nach Südeuropa, und dann, anfangs noch eher zögerlich, über den Atlantik nach New York. Sobald dies geschehen war, war sie innerhalb von Wochen überall angekommen und ausgebrochen. Momentan ist es sehr schwer, vorherzusagen, wie weit all dies am Ende gehen wird. Wirklich historische Ereignisse bestehen schließlich genau aus diesen Momenten, die man nicht vorhersagen hätte können. Könnten wir gerade einem fundamentalen Umbruch wie 1789 beiwohnen ? nicht nur ein Umbruch der globalen Machtverhältnisse, sondern ein Umbruch in unserem allgemein grundlegenden politischen Denken? Das zu behaupten ist unmöglich, aber es gibt Gründe, optimistisch zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lassen sie mich diesen Artikel durch die Aufzählung dreier dieser Gründe beenden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens befand sich in keiner Weltrevolution zuvor das Zentrum der Mobilisierung im Zentrum des Imperiums selbst. Großbritannien, die große imperiale Macht des 19. Jahrhunderts, war von den Aufständen 1789 und 1848 kaum betroffen. Gleichermaßen blieben die USA unberührt von den großen revolutionären Momenten des 20. Jahrhunderts. Entscheidende Straßenschlachten spielen sich üblicherweise nicht im Zentrum des Imperiums ab, auch nicht in den ausgebeuteten Randgebieten, sondern in den Gebieten, die man als zweite Ebene bezeichnen kann: nicht London, sondern Paris, nicht Berlin, aber St. Petersburg. Die Revolution 2011 begann nach diesem bekannten Muster, hat sich aber tatsächlich ins Zentrum des Imperiums selbst ausgebreitet. Wenn das so weitergeht, ist es noch nie zuvor so geschehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zweitens können die Machteliten diesmal keinen Krieg beginnen. Das haben sie schon versucht. Was das angeht, können sie hier keine Karte mehr ausspielen. Das ist ein großer Unterschied.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schließlich hat die Verbreitung feministischer und anarchistischer Gedanken die Möglichkeit eines tiefgreifenden kulturellen Umbruchs eröffnet. Nun die wichtigste Frage: können wir eine wirklich demokratische Kultur schaffen? Können wir unsere grundlegenden Konzepte, wie Politik gezwungenermaßen sein muss, ändern? Weiße Anzugträgern mittleren Alters an Orten wie Denver oder Minneapolis, die geduldig den Konsensprozess von heidnischen Priesterinnen oder Mitgliedern von Gruppen wie den &quot;Anarchistischen Farbigen&quot; lernen, um an ihrer örtlichen Generalversammlung teilnehmen zu können (das gibt es wirklich? es ist wahr! Man hat es mir erzählt) ist für mich wahrscheinlich das bisher dramatischste Bild, das die Occupy-Bewegung hervorgebracht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Natürlich könnte dies auch nur der erste Moment einer weiteren Runde von Regeneration und Niederlagen sein. Sollten wir jedoch die Entstehung eines neuen 1789 beobachten ? einen Moment, an dem sich unsere grundlegenden Vorstellungen von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft ändern werden ? dann sollte es genau so anfangen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/david_graeber&quot;&gt;David Graeber&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/99/world-revolution-2011.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/99/world-revolution-2011.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Situating Occupy&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
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