<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xml:base="https://ceguel.es/tb"  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
 <title>Translator Brigades - Micah White</title>
 <link>https://ceguel.es/tb/de/author/micah_white</link>
 <description></description>
 <language>de</language>
<item>
 <title>Ökologie des Verstands</title>
 <link>https://ceguel.es/tb/de/translation/okologie_des_verstands</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/culture&quot;&gt;culture&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/infodiversity&quot;&gt;infodiversity&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-2&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/mental_environment&quot;&gt;mental environment&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-3&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/mental_health&quot;&gt;mental health&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-4&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/pollution&quot;&gt;pollution&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;25 Jun 2010&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/90_ecomind_splash.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.bransch.net/index.php?cont=portfolio&amp;amp;location=hamburg&amp;amp;id_person=127&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Jörg Klaus&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Über tausende von Generationen hinweg wuchsen wir Menschen in der Natur auf. Unsere Lehrmeister waren Flora und Fauna, unsere Lehrbücher Gewitter und Sterne am Nachthimmel. Unsere geistigen Landschaften waren wie Wälder, Oasen und Deltas, um die herum chaotisch, wild und fruchtbar unsere Kulturen keimten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den letzten Generationen haben wir jedoch fast alle den Bezug zur natürlichen Welt verloren und sind in virtuelle Reiche abgetaucht. Heute konkurriert unser künstliches Umfeld mit der Natur um die Rolle als Antriebskraft in unserem Leben, und unser geistiges Umfeld ist jetzt das Gebiet, auf dem sich unser menschliches Schicksal entscheiden wird. Durch das Auswandern aus einem natürlichen Umfeld haben wir nicht nur unseren Wohnsitz verlagert, sondern auch den Kontext, in dem wir leben, grundlegend verändert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesem Übergang in ein neues geistiges Umfeld geht ein exponentieller Anstieg mentaler Erkrankungen einher. Weltweit gesehen leidet die Menschheit nun an einer Epidemie von unkontrollierbaren Ängsten, Stimmungsschwankungen und Depressionen. Die Vereinten Nationen sagen voraus, dass es bereits im Jahre 2020 mehr psychische Erkrankungen als Herzerkrankungen geben wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was passiert da? Warum brechen wir mental zusammen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fragt man Psychologen, was genau die psychopathologischen Symptome der menschlichen Spezies generell verstärkt, werden sie einige Dinge auflisten: Zusammenbruch der Gemeinschaft, Unsicherheit betreffs sozialer Rollen, der Stress der Moderne und der Globalisierung und vielleicht sogar Chemikalien in Luft, Wasser und Nahrungsmitteln, die unsere Gehirne in bisher unbekannter Weise beeinflussen. Andere machen die tausenden von aggressiven, erotisch aufgeladenen Werbebotschaften, die unser Gehirn täglich aufnehmen muss, zum Sündenbock. Wieder andere sagen, dass exzessive Internetnutzung zu Suchtverhalten und Depression führt und dass die digitale Revolution möglicherweise unsere Gehirnstrukturen auf ungesunde Weise neu vernetzt. Niemand ist sich sicher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es ist spannend, zu raten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der folgende Text stellt nur einen Anfang dar, eine kleine Einführung in einige der geistigen Schadstoffe, Informationsviren und psychischen Schockerlebnisse, mit denen wir täglich konfrontiert werden ? ein Überblick über die Bedrohungen für unsere ?geistige Ökologie?.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für zahllose Generationen bestanden Umgebungsgeräusche aus Regen, Wind oder Unterhaltungen anderer. Jetzt deckt die Begleitmusik das ganze Tonspektrum ab und ist nicht mehr entwirrbar. Vom monotonen Getöse des Verkehrs bis zum Dröhnen des Kühlschranks und dem Summen des Monitors sickern kontinuierlich verschiedene Arten von Lärm (blaues, weißes, rosa und schwarzes Rauschen) in unsere Gehirne. Und die Lautstärke wird ständig weiter aufgedreht. Zwei oder vielleicht sogar drei Generationen sind bereits süchtig nach Stimuli. Können ohne Hintergrundmusik nicht arbeiten. Ohne Kopfhörer nicht joggen. Ohne iPhone unter dem Kopfkissen nicht einschlafen. Das Wesen unserer postmodernen Ära liegt wahrscheinlich in diesem unaufhörlichen Wirrwarr in unserem Gehirn begründet. Will man den Sinn der Welt jenseits des Getöses ergründen, ist das, wie wenn man neben einer Autobahn wohnt ? man gewöhnt sich daran, allerdings wird der Aufmerksamkeitspegel und das individuelle Wohlbefinden dadurch stark beeinträchtigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stille kommt uns heute seltsam vor und könnte aber genau das sein, was wir brauchen. Für geistige Gesundheit könnte Stille genauso wichtig sein wie saubere Luft und Wasser für einen gesunden Körper. In einer sauberen, ruhigeren geistigen Umgebung werden wir uns beruhigen und Depressionen können sich lösen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom Moment an, an dem der Wecker am Morgen klingelt bis in die späten Stunden mit dem Nachtprogramm im Fernsehen wird unser Gehirn mit ungefähr 3000 Werbebotschaften am Tag malträtiert. Jeden Tag ergießen sich geschätzt 12 Milliarden gedruckte Werbeanzeigen, drei Millionen Radiowerbespots, mehr als 200000 Fernsehwerbespots und eine unübersehbare Anzahl von Onlinewerbebotschaften und Spam-Mails in unser kollektives Unterbewusstsein. Kommerzielle Werbung ist das größte psychologische Experiment, das je mit der Menschheit durchgeführt wurde. Ihre Auswirkungen auf uns bleiben trotzdem bisher unergründet und unbekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir das erste Mal ein verhungerndes Kind abends im Fernsehen sahen, waren wir entsetzt. Vielleicht haben wir Geld gespendet. Doch als diese Bilder immer normaler wurden, verschwand allmählich unsere Fähigkeit, Mitleid zu empfinden. Schließlich störten uns diese Bilder nur noch, widerten uns sogar an. Und wenn wir heute wieder ein verhungerndes Kind sehen, empfinden wir nichts mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein durchschnittlicher Nordamerikaner wird jede Stunde zur Hauptsendezeit im Fernsehen mit einem halben Dutzend gewalttätiger Akte (Morde, Schießereien, Autoverfolgungsjagden, Vergewaltigungen) konfrontiert. Wenn es um Sex in den Medien und Pornos im Internet geht, wissen wir alle, was unsere Aufmerksamkeit erregt und uns vom Umschalten abhält: Schmollmünder, kecke Brüste, knackige Hintern, die Lebhaftigkeit der Superjugend. Diese Sozialisierung in einem gewalttätigen, erotisch aufgeladenen medialen Umfeld verändert unsere Psyche grundlegend. Durch sie wird unser Sexualempfinden verdreht ? z.B. was man fühlt, wenn einem jemand plötzlich die Hand auf die Schulter legt oder einen umarmt oder mit einem flirtet ? und sie ändert auch, wie wir über uns selbst als sexuelle Wesen denken. Dieser nicht enden wollende Strom an kommerziellen, mit Gewalt und Pseudo-Sex vollgestopften Drehbüchern macht uns immer voyeuristischer, unersättlich und aggressiv. Irgendwann schockt uns dann gar nichts mehr, und sei es Vergewaltigung, Folter, Völkermord und Kriegspornographie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Werbemedien sind für die geistige Umwelt, was Fabriken für die körperliche Umwelt sind. Fabriken verschmutzen Wasser und Luft, weil sie so auf effizientestem Wege Plastik, Zellstoff oder Stahl herstellen können. Ein Fernsehsender oder eine Internetseite verschmutzen das kulturelle Umfeld, weil sie so auf effizientestem Wege Einschaltquoten oder Klicks produzieren. Verschmutzung zahlt sich aus. Realer Negativausfall entsteht lediglich durch die Produktionskosten für die Show.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir konsumieren immer flachere und homogenere Nachrichten. Sie werden produziert, um Millionen Menschen zu erreichen, und deshalb fehlt es ihnen oft an Zwischentönen, Komplexität und Inhalt. Wir lesen alle die gleichen Fakten auf &lt;em&gt;Wikipedia&lt;/em&gt; und schauen die gleichen Hitvideos auf &lt;em&gt;YouTube&lt;/em&gt; ? so verflacht unsere Kultur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese kulturelle Homogenisierung hat schwerwiegendere Auswirkungen als die andauernde Vermarktung der immer gleichen Frisuren, Slogans, Actionheldpossen und Videoclips in der ganzen Welt. In jedem System ist Homogenisierung Gift. Ein Mangel an Vielfalt führt zu Leistungsschwäche und Misserfolg. Für unser langfristiges Überleben ist Informationsvielfalt genauso wichtig wie Artenvielfalt. Beide sind Fundamente menschlicher Existenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anfangs war all diese Information noch angenehm. Man kam sich vor, als sei jegliches Wissen nur einen Hyperlink weit weg. Munter hüpften wir den Pfad der Informationen entlang, schrieben E-Mails an unsere Freunde, setzten Lesezeichen und surften bis spät in der Nacht von Seite zu Seite. Als jedoch der anfängliche Zauber verflogen war, blieben wir in einer Art digitaler Betäubung zurück: unkonzentriert, benebelt, unruhig und übermüdet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was als amüsantes Herumspielen begann, ist nun für viele Menschen ein täglicher Zwang. Durch unsere Smartphones, Netbooks und Computer sind wir andauernd online. Wir schreiben SMS an unsere Freunde und empfangen Twitter-Updates, egal ob wir in der Schlange im Supermarkt stehen, abends spazieren gehen, ein Buch lesen oder sogar im Konzert sitzen. Wir ertrinken in dieser endlosen Flut der Konnektivität. Die Generationen der Zukunft werden wahrscheinlich noch vernetzter sein. Eine Studie des ?Pew Research Center? ergab, dass amerikanische Teenager 50 oder mehr SMS am Tag schreiben, ein Drittel von ihnen sogar mehr als 100 täglich. Eine zweite Studie der ?Kaiser Family Foundation? führte zu der Erkenntnis, dass amerikanische Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren durchschnittlich 7 ? Stunden täglich irgendein technisches Hilfsmittel nutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere Onlineexistenz beeinträchtigt wahrscheinlich nun unsere Fähigkeit, einen längeren Gedankengang zu entwickeln, fundiert über etwas nachzudenken und verhindert es vielleicht sogar, dass wir kreative ?ekstatische Höhen oder tragische Tiefpunkte? erreichen. Vielleicht leiden wir an der Informationskrankheit, wie sie Nicolas Carr zuerst bei sich selbst diagnostiziert hat. Er schreibt: ?In den letzten Jahren hatte ich das unangenehme Gefühl, dass etwas oder jemand an meinem Gehirn herumgepfuscht hat und dabei die Nervenkreisläufe neu angeordnet hat und Erinnerungen umprogrammiert hat? das Netz scheint meine Fähigkeit zur Konzentration und Kontemplation auszulöschen. Mein Verstand möchte nun Information so aufnehmen, wie sie im Netz verbreitet wird: in einem schnellen Strom von Informationspartikeln. Früher war ich Tiefseetaucher im Wörtermeer. Jetzt flitze ich auf der Oberfläche herum, wie ein Typ auf einem Jetski.?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Wettbewerb um wirtschaftliches Wachstum haben wir Ölreserven ausgebeutet, uralte Wälder zu Zellstoff verarbeitet und so lange Wasser gepumpt, bis die Brunnen ausgetrocknet sind. Jetzt beuten wir ?alte gewachsene Kultur? aus ? und saugen die uns von vorhergehenden Generationen hinterlassene Geschichte, Mythologie, Musik, Kunst und Ideen aus. Unsere komplette Vergangenheit wird wie Leichen gefleddert, wieder aufbereitet, neu abgemischt, wieder hochgewürgt, ausgespuckt und neu bestimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jaron Lanier, geistiger Vater der ?virtuellen Realität?, ist wohl der respektabelste und freimütigste Technologe, der ein beunruhigendes Defizit in unserer kulturellen Gesundheit erkennt. In seinem Buch &lt;em&gt;You Are Not a Gadget: A Manifesto&lt;/em&gt;, schreibt Lanier, dass unsere Kultur mittlerweile eine des nostalgischen Neu-Mischens ist, in der authentische ?Äußerungen ersten Ranges? in ihre Einzelteile zerlegt werden und anschließend zu einem Ableger, einer ?Äußerung zweiten Ranges? verarbeitet werden. Obwohl Lanier keine konkreten Kriterien angibt, wie beide zu unterscheiden sind, sagt er doch, dass eine Äußerung ersten Ranges dadurch ausgemacht wird, dass sie ?etwas wirklich Neues zu unserer Welt beiträgt? ? während Ableger Ideen erneut aufgreifen, wiederholen und innovationslos sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die unser kulturelles Erbe wie eine Ressource zur Ausbeutung betrachtet. Anstatt neue, ehrliche Kunstwerke zu produzieren, die unsere geistige Umwelt bereichern würden, bejubeln wir den Amateur, dessen Ideencollagen vielleicht erheiternd sind, aber nichts Wertvolles zur kulturellen Kommunikation beitragen. Das beunruhigt besonders, wenn man bedenkt, dass ? so wie Boden nur eine begrenzte Menge an Nährstoffen hat ? die Vergangenheit nur eine begrenzte Menge Kreativität zur Verfügung stellen kann. Wirklich große Kunst gibt es selten, und es kann nur eine begrenzte Anzahl Collagen geben, bevor sich die ursprüngliche Kraft eines wahren Kunstwerks erschöpft hat. Ohne selbst authentische Kultur hervorzubringen, verkommt unsere geistige Umwelt zu einer kahlgerodeten, überbeanspruchten, ausgebeuteten Einöde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um es mit Lanier zu sagen: ?Wir befinden uns in einer Situation, in der die Kultur mehr oder weniger ihren eigenen Vorrat an Saatgut auffrisst.?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir stehen am Rande einer synergetischen Katastrophe. Der finanzielle, ökologische und ethische Kollaps zeichnet sich ab, während die Zahl psychischer Erkrankungen kontinuierlich weiter steigt. Die Welt ist buchstäblich verrückt geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch langsam kann man leise Anzeichen für ein Aufbegehren wahrnehmen, da immer mehr Leute ihre Ängste, Stimmungsstörungen und Depressionen auf die Gifte in unserer geistigen Umwelt zurückführen. Geschwärzte Werbeplakate, wegweisende Entschleunigungsversuche, revolutionäre Provokationen in scheiternden Staaten ? wir erleben gerade die Geburtswehen des wichtigsten Aufbegehrens im 21. Jahrhundert. Eine Radikalisierung unserer Seele wird folgen, ebenso wie ein Aufstand gegen die Produktion lügnerischer Wirtschafts- und Werbebotschaften. Was hier und heute beginnt, wird als die Bewegung für geistigen Umweltschutz bekannt werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/kalle_lasn&quot;&gt;Kalle Lasn&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/micah_white&quot;&gt;Micah White&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/90/ecology-mind.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/90/ecology-mind.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Ecology of the Mind&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">27 at https://ceguel.es/tb</guid>
 <comments>https://ceguel.es/tb/de/translation/okologie_des_verstands#comments</comments>
</item>
<item>
 <title>Die Welt nach den Ideen</title>
 <link>https://ceguel.es/tb/de/translation/die_welt_nach_den_ideen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/inspiration&quot;&gt;inspiration&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;29 Nov 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_99_suwage.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Selingkuh Tak Sampai&lt;/em&gt;, 2004 - &lt;a href=&quot;http://www.agusuwage.com/&quot;&gt;Agus Suwage&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Über Jahrtausende hinweg wurde die menschliche Zivilisation von einer Abfolge von Paradigmenwechseln, von großen Ideen mitgerissen. Der moderne Weltgeist Hegels, Nietzsches Tod Gottes und Heideggers Begriff vom Sein wurden in der Postmoderne ersetzt durch Foucaults Dispositiv, Fukuyamas Ende der Geschichte, Derridas Dekonstruktivismus und Guattaris Rhizom. Und obwohl wir alle annahmen, dass große Ideen für immer weiter in einer schnellen Abfolge fließen würden, scheint es in den letzten Jahren so zu sein, dass die Inspirationsquellen austrocknen. Es dämmert uns, dass wirklich neuartige, kreative Ideen auf einmal nicht mehr entstehen. Niemand weiß, warum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Diese Konzeptdürre könnte in keinem ungeeigneteren Moment passieren. Sieben Milliarden Menschen kämpfen sich gerade durch die schlimmste ökologische, finanzielle, politische und geistige Krise der Geschichte. Diesmal betrifft die bevorstehende Katastrophe nicht eine einzelne Nation, Region oder einen einzelnen Kontinent ? sie ist noch viel schrecklicher, weil sie global und gleichzeitig geschieht. Wenn wir es nicht schaffen, uns selbst an den Haaren aus diesem Sumpf zu ziehen, ist es wahrscheinlich, dass wir in einem grauenvollen dunklen Jahrtausend versinken ? ein Zeitalter der verbrannten Erde und des autoritären Kapitalismus, der Brutalität und des Unheils, das die Völkermorde und Massenvernichtungen des letzten Jahrhunderts wie ein Vorspiel erscheinen lassen wird. Uns gehen nicht nur die Ideen aus, sondern auch die Zeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Gerade jetzt brauchen wir kreative Durchbrüche und abwegige Geistesblitze mehr denn je. Sie verändern die Denklandschaft, eröffnen Auswege und Möglichkeiten und könnten uns alle retten. Wir brauchen Querdenker in den unabhängigen Medien, die den kommerziellen Virus, der unseren Informationsfluss infiziert, abtöten können. Wir brauchen eine geniale neue Art von Studenten in den Wirtschaftswissenschaften, die ihren Professoren die Stirn bieten können, das neoklassizistische Denkmuster kippen und es durch ein neues Modell der tatsächlichen Kosten ersetzen. Wir brauchen mehr Macht, um die Herrschaft der Konzerne zu brechen und den Status der Konzerne als Personen zu kippen. Und dann die größte Herausforderung: wie kann man eine soziale Revolution entfachen, einen Aufruhr im Alltag, der sich rasend schnell über die ganze Welt ausbreiten, um die endgültige Katastrophe abzuwenden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Vielleicht hat das Aufgeben des natürlichen Umfelds und unsere kollektive Abwanderung in den virtuellen Raum unsere Wurzeln gekappt und unsere Neuronen für immer zerstört. Vielleicht befinden wir uns gerade inmitten eines irreversiblen geistigen Zusammenbruchs der Menschheit, der Hand in Hand einhergeht mit dem irreversiblen Zusammenbruch der Ökosysteme des Planeten. Diese öko-psycho Spirale kann uns ganz schön herunterziehen. Vielleicht ist es schon zu spät?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; Allerdings geht es in der &lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/99&quot;&gt;Ausgabe Nr. 99&lt;/a&gt; von &lt;em&gt;Adbusters&lt;/em&gt; nicht um Verzweiflung, sondern um Hoffnung, Revolution und Leben ohne tote Zeit ?es geht um ein Ausloten der Gewässer, es geht darum, herauszufinden, ob wir die seelische Energie für einen mächtigen Umschwung aufbringen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf ins Unbekannte,&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/kalle_lasn&quot;&gt;Kalle Lasn&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/micah_white&quot;&gt;Micah White&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/magazine/99/post-idea-world.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/magazine/99/post-idea-world.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Post Idea World&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">52 at https://ceguel.es/tb</guid>
 <comments>https://ceguel.es/tb/de/translation/die_welt_nach_den_ideen#comments</comments>
</item>
<item>
 <title>Wem gehört die Wall Street?</title>
 <link>https://ceguel.es/tb/de/translation/wem_gehort_die_wall_street</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-field-source field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/source/adbusters&quot;&gt;Adbusters&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden clearfix&quot;&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/tags/occupywallstreet&quot;&gt;#OCCUPYWALLSTREET&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-post-date field-type-datetime field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;span class=&quot;date-display-single&quot;&gt;19 Sep 2011&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic field-type-image field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://ceguel.es/tb/sites/ceguel.es.tb/files/graphics/adbusters_ocw_vote.jpg&quot; width=&quot;668&quot; height=&quot;360&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-graphic-description field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;a rel=&quot;nofollow&quot; href=&quot;http://www.flickr.com/photos/collina/6160549878/&quot;&gt;Collin David Anderson&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Am Samstag, den 17. September, beobachteten viele von uns ehrfurchtsvoll wie fünftausend Amerikaner in das Finanzviertel von Lower Manhattan einfielen, Plakate schwenkten, Banner ausrollten, Trommeln schlugen, Slogans riefen und sich auf den Weg zum „Finanz-Gomorrah“ der Nation machten. Sie schworen die „Wall Street zu besetzen“ und „die Banker zur Rechenschaft zu ziehen“, doch die New Yorker Polizei bremste das Vorhaben vorübergehend aus, indem sie die symbolträchtige Straße mit Barrikaden und Kontrollpunkten abriegelte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demonstranten ließen sich nicht abschrecken und umgingen das abgesperrte Gebiet, um dann in einem Park an der Liberty Street eine Volksversammlung abzuhalten und ein Protestcamp zu errichten - einen Steinwurf von der Wall Street entfernt und einen Häuserblock von der Federal Reserve Bank von New York.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dreihundert Demonstranten übernachteten, einige hundert an Verstärkung kamen am nächsten Tag. Als die Demonstranten der Welt über Twitter mitteilten, sie seien hungrig, gingen in einer nahe liegenden Pizzeria binnen einer Stunde Lieferbestellungen in Höhe von 2.800 US-Dollar ein. Durch die internationale Solidarität ermuntert, entschieden die amerikanischen „Indignados“ (Empörten) auch am Montag die Stellung zu halten, und die Banker zu begrüßen, als die Börse öffnete. Die Organisatoren vor Ort erklären: „Wir arbeiten an einer langfristigen Besetzung.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;#OCCUPYWALLSTREET ist inspiriert von den Volksversammlungen in Spanien. Das Konzept wurde auf einem doppelseitigen Poster in der 97th Ausgabe des international vertriebenen, konsumkritischen Adbusters Magazine verbreitet. Angeführt, organisiert und umgesetzt wurde die Aktion jedoch von unabhängigen Aktivisten führten. Alles begann, als Adbusters sein weltweites Netzwork an Culture Jammerns (Dt. „Kulturzurückeroberern“) aufforderte, nach Lower Mahattan zu strömen, Zelte, Küchen und friedliche Barrikaden zu errichten und für einige Monate die Wall Street zu besetzen. Die Idee wurde sofort in den sozialen Netzwerken aufgegriffen und unabhängige Aktivisten stellten eine Open-Source-Organisationsseite ins Netz. Einige Tage später wurde eine Generalversammlung in New York City einberufen und 150 Leute kamen. Diese Aktivisten wurden die Hauptorganisatoren der Besetzungsaktion. Anonymous pushte die Idee dann in die Mainstreammedien. Der Videoaufruf zur Unterstützung der Aktion wurde 100.000 Mal aufgerufen und führte zu einer Warnung des US-Ministeriums für innere Sicherheit an die Banker der Nation. Als im August die „Indignados“ aus Spanien eine Solidaritätsveranstaltung in Madrids Finanzviertel ankündigten, versprachen unter anderem Aktivisten in Mailand, Valencia, London, Lissabon, Athen, San Francisco, Madison, Amsterdam, Los Angeles, Israel dasselbe zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weltweit wächst auf der Straße das Gefühl, dass die Globale Wirtschaft ein betrügerisches Schneeballsystem ist, das immer neue Investoren braucht, und das die große Finanzwelt zu ihrem eigenen Vorteil am Laufen hält. Überall dämmert den Menschen, dass etwas fundamental falsch läuft in einem System, in dem die spekulativen Finanztransaktionen sich jeden Tag auf 1.3 Billionen Dollar summieren (50 mal soviel wie die Summe aller Handelstransaktionen). Laut einem UN-Bericht sind unterdessen „in den 35 Ländern, für die Zahlen existieren, fast 40 Prozent aller Arbeitssuchenden länger als ein Jahr ohne Job“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Die Firmenbosse, die größten Unternehmen und die Reichen nehmen sich zu viel von unserem Land. Es ist Zeit, dass wir uns etwas zurückholen“, sagte ein Aktivist, der am Samstag bei der Demonstration dabei war. Jason Ahmadi, der aus Oakland in Kalifornien angereist war, erklärte: „Viele von uns glauben, dass unsere Wirtschaft in einer großen Krise steckt, und ein Großteil davon wird von den Leuten verursacht, die hier Geschäfte machen.“ Bill Steyerd, ein Vietnamveteran aus Queens, ist überzeugt: „Das hier ist eine gute Sache, denn die Leute an der Wall Street sind blutsaugende Kriegstreiber.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es herrscht nicht nur Wut. Sondern auch das Gefühl, dass die Standardlösungen für die ökonomische Krise, die von unseren Politikern und Mainstream-Ökonomen vorgeschlagen werden – Stimulierung, Kürzungen, Schulden, niedrige Zinsraten, Konsumanreize – falsche Optionen sind und nicht funktionieren werden. Tiefer gehende Veränderungen sind gefragt, wie eine „Robin Hood“-Steuer auf Finanztransaktionen; die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Acts in den USA; ein Verbot des Hochfrequenz-Handels. Die „Too big to fail“-Banken müssten in kleinere Einheiten aufgebrochen und wieder in den Dienst der Menschen, der Wirtschaft und der Gesellschaft gestellt werden. Die für den Zusammenbruch von 2008 verantwortlichen Finanzbetrüger müssten zur Verantwortung gezogen werden. Und dann ist da die langfristige Mutter aller Lösungen: Wir müssen die westliche Konsumorientierung komplett Überdenken und infrage stellen, wie wir Fortschritt bemessen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die gegenwärtigen ökonomischen Probleme in Europa und in den USA sich zu einer langfristigen globalen Rezession weiterschrauben, werden Protestlager weltweit eine permanente Einrichtung in Finanzvierteln und vor Börsen werden. Bis unsere Forderungen erfüllt werden und das globale Wirtschaftsregime grundlegend reformiert ist, werden unsere Zeltstädte immer wieder aus dem Boden schießen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein „Bravo!“ auf die mutigen Seelen im Protestcamp an New Yorks Liberty Street. Jede Nacht, die #OCCUPYWALLSTREET weiter geht, erhöht die Möglichkeit eines ausgewachsenen globalen Aufstands gegen ein „business as usual“.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-translation-notes field-type-text-long field-label-hidden&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.freitag.de/politik/1137-wem-gehoert-die-wall-street&quot;&gt;Übersetzung: Carola Torti&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-authors field-type-taxonomy-term-reference field-label-above clearfix&quot;&gt;&lt;h3 class=&quot;field-label&quot;&gt;Author(s): &lt;/h3&gt;&lt;ul class=&quot;links&quot;&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-0&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/kalle_lasn&quot;&gt;Kalle Lasn&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;taxonomy-term-reference-1&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/de/author/micah_white&quot;&gt;Micah White&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-url field-type-link-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;URL:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://www.adbusters.org/blogs/adbusters-blog/tahrir-moment-wall-street.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://www.adbusters.org/blogs/adbusters-blog/tahrir-moment-wall-street.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-original-title field-type-text field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Original title:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;A Tahrir Moment on Wall Street&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-src-language field-type-language-field field-label-above&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-label&quot;&gt;Source language:&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;Englisch&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul class=&quot;links inline&quot;&gt;&lt;li class=&quot;translation_gl first&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/gl/translation/un_momento_tahrir_en_wall_street&quot; title=&quot;Un «momento Tahrir» en Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;gl&quot;&gt;Galego&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_zh-hans&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/zh-hans/translation/hua_er_jie_de_jie_fang_tahrirshi_ke&quot; title=&quot;华尔街的「解放」（Tahrir）时刻&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;zh-hans&quot;&gt;简体中文&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_zh-hant&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/zh-hant/translation/hua_er_jie_de_jie_fang_tahrir_shi_ke&quot; title=&quot;華爾街的「解放」（Tahrir） 時刻&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;zh-hant&quot;&gt;繁體中文&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_pt&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/pt/translation/um_momento_tahrir_em_wall_street&quot; title=&quot;Um Momento Tahrir em Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;pt&quot;&gt;Portuguese&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_pl&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/pl/translation/demonstracje_na_wall_street&quot; title=&quot;Demonstracje na Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;pl&quot;&gt;Polski&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_fr&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/fr/translation/un_moment_tahrir_a_wall_street&quot; title=&quot;Un Moment “Tahrir” à Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;fr&quot;&gt;Français&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_tr&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/tr/translation/wall_streette_tahrir_ruzgari&quot; title=&quot;Wall Street&amp;#039;te Tahrİr Rüzgari&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;tr&quot;&gt;Türkçe&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_el&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/el/translation/mia_stigmi_tahir_stin_wall_street&quot; title=&quot;Μία «στιγμή Ταχίρ» στην Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;el&quot;&gt;Ελληνικά&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_ru&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/ru/translation/moment_tahrira_na_uoll_strit&quot; title=&quot;Момент Тахрирa  на Уолл-стрит&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;ru&quot;&gt;Русский&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_eu&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/eu/translation/tahrir_momentu_bat_wall_street_en&quot; title=&quot;&amp;quot;Tahrir momentu&amp;quot; bat Wall Street-en&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;eu&quot;&gt;Euskera&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_ca&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/ca/translation/un_moment_tahrir_a_wall_street&quot; title=&quot;Un Moment Tahrir a Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;ca&quot;&gt;Català&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_es&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/es/traduccion/un_momento_tahrir_en_wall_street&quot; title=&quot;Un «momento Tahrir» en Wall Street&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;es&quot;&gt;Español&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_it&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/it/translation/wall_street_diventa_piazza_tahrir&quot; title=&quot;Wall Street diventa piazza Tahrir&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;it&quot;&gt;Italiano&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li class=&quot;translation_ar last&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/tb/ar/translation/lhz_lthryr_fy_wl_stryt&quot; title=&quot;لحظة التحرير في وال ستريت&quot; class=&quot;translation-link&quot; xml:lang=&quot;ar&quot;&gt;العربية&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 21 Mar 2012 18:17:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>admin</dc:creator>
 <guid isPermaLink="false">29 at https://ceguel.es/tb</guid>
 <comments>https://ceguel.es/tb/de/translation/wem_gehort_die_wall_street#comments</comments>
</item>
</channel>
</rss>
